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Frauenliebende Frauen bei den Emmys 2016: Und Hollywood bewegt sich doch

Frauen, die Frauen lieben, sei es als Figur oder im realen Leben – bei den Emmys 2016 waren lesbische, bisexuelle, queere Frauen und Frauenfiguren bemerkenswert präsent. Das macht Hoffnung für die Zukunft – gerade auch, wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft.

Als ich Ende der 1990er Jahre mein Coming-out hatte, gab es im Fernsehen kaum Frauen zu sehen, die Frauen liebten – nicht als Figuren, schon gar nicht als Schauspielerinnen. Eine der wenigen war Ellen DeGeneres, deren Serienfigur Ellen Morgan 1997 die erste homosexuelle Hauptfigur in einer amerikanischen Mainstreamserie wurde. Für ihren Mut, nicht nur ihre Figur, sondern auch sich selbst zu outen, wurde sie zwar von LGBTI*-Gruppen gefeiert und gewann sogar einen Emmy. Den erhielt sie jedoch nicht als Darstellerin, sondern für ihre Mitarbeit am Drehbuch der Coming-out-Episode. Und auch ansonsten war man in Hollywood damals anscheinend noch nicht bereit, offen gelebte Homosexualität vor oder hinter der Kamera zu akzeptieren. Die Serie Ellen wurde nur ein Jahr später abgesetzt, Ellen DeGeneres selbst hatte danach einige Zeit lang Schwierigkeiten, in Hollywood Arbeit zu finden.

Daran musste ich heute morgen denken, als ich las, wer vergangene Nacht mit einem Emmy ausgezeichnet wurde: Jede Menge Frauen, die Frauen lieben, sei es im realen Leben oder als Figur.

So gewann Kate McKinnon, die nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass sie lesbisch ist, den Preis als beste Nebendarstellerin in einer Comedyserie für ihre brillianten Auftritte in Saturday Night Live, u.a. als Ellen DeGeneres (s. Video unten). Sarah Paulson, die vor einigen Monaten ihre Beziehung zu Schauspielerin Holland Taylor öffentlich gemacht hat, erhielt den Preis als beste Hauptdarstellerin für den Fernsehfilm The People v O.J. Simpson: American Crime Story. Ebenfalls freuen durfte sich Clea DuVall. Die Schauspielerin, die insbesondere aus dem Kult-Klassiker But I’m a Cheerleader bekannt ist und deren Homosexualität in Hollywood lange ein offenes Geheimnis war, hat sich im Rahmen der Pressearbeit zu ihrem neuen Film The Intervention vor einigen Wochen ebenfalls geoutet. Sie wurde als Teil des Ensembles der Serie Veep ausgezeichnet, die den Preis als beste Comedyserie gewann und in der Clea DuVall eine lesbische Secret Service-Agentin spielt.

Womit wir bei den lesbischen, bisexuellen, queeren Frauenfiguren wären. Tatiana Maslany gewann den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie u.a. für ihre Darstellung der lesbischen Wissenschaftlerin Cosima Niehaus in Orphan Black. Auch in Game of Thrones, die erneut als beste Dramaserie ausgezeichnet wurde, gibt es seit Kurzem eine lesbische Figur. Transparent ging in der Kategorie “Beste Comedyserie” zwar leer aus, Produzentin Jill Soloway gewann jedoch einen Drehbuch-Emmy. In der Serie geht es um die transsexuelle Maura Pfefferman und ihre Familie. Beide Töchter von Maura haben im Verlauf der Serie Beziehungen mit Frauen, wie übrigens auch Jill Soloway selbst, die seit einiger Zeit mit der Autorin Eileen Myles zusammen ist.

Wenn mir jemand all dies vor knapp 20 Jahren erzählt hätte – wie viele frauenliebende Frauenfiguren es in US-Serien gibt; dass heterosexuelle Schauspielerinnen stolz darauf sind, mit ihrer Rolle zur Sichtbarkeit der LGBTI*-Community beizutragen (Tatiana Maslany); dass Schauspielerinnen in Hollywood trotz Coming-out noch eine Karriere haben und sogar Preise gewinnen können, wenn sie heterosexuelle Rollen spielen (Sarah Paulson in The People v OJ Simpson) – hätte ich es wohl kaum geglaubt. Und natürlich heißt das nicht, dass jetzt alles gut ist. Es gibt noch viel Grund und Anlass zu Kritik an der Darstellung und Sichtbarkeit lesbischer, bisexueller, queerer Frauenfiguren in US-Serien, gerade im Hinblick auf das “Dead Lesbian Syndrome”, das gerade 2016 überproportional häufig aufgetreten ist. Aber allein dass dies inzwischen in Mainstreammedien thematisiert und von den Serienschaffenden selbst problematisiert wird, ist ein Quantensprung im Vergleich zur Situation Ende der 1990er Jahre.

Gerade in der aktuellen politischen Situation, in der längst selbstverständlich geglaubte Rechte plötzlich wieder in Frage gestellt zu werden scheinen, finde ich es manchmal sehr hilfreich, mir vor Augen zu führen, wie viel in wie kurzer Zeit erreicht wurde. Diese Serien mit diesen Figuren und diesen Schauspielerinnen gibt es und wird es immer geben und dank des Internet werden sich viele Menschen in ihnen wiederfinden und mit ihnen identifizieren können – so wie ich vor knapp 20 Jahren mit Ellen.

Jetzt dürften sich nur die deutschen Serienschaffenden hieran gern noch ein Beispiel nehmen.

Kate McKinnon als Ellen DeGeneres mit der “echten” Ellen DeGeneres

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“Gute Zeiten, schlechte Zeiten”: A new love interest for Anni?

Fans of the former couple Anni & Jasmin on the German soap opera “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” who are still hoping for them to get back together should brace themselves for some possibly bad news: It looks like Anni will get involved with another woman.

Joana Schümer als Rosa Lehmann (Bild: RTL/Per Czapala)

Joana Schümer as Rosa Lehmann (Bild: RTL/Per Czapala)

A few weeks ago, it was announced on the official GZSZ website that a new character would be added to the show. Rosa Lehmann, played by actress Joana Schümer, is described as a successful and smart business woman from Hamburg who is set to become a competitor for Jo Gerner, the show’s resident bad guy. While in Berlin, Rosa also hopes to mend the relationship with her estranged son Chris, who is working as a DJ at club Mauerwerk.

Rosa has remained single ever since her husband died and she had to take over the family business, but it looks like she won’t be able to suppress her emotional needs much longer, especially when she senses that she’s not just interested in men anymore. Enter Anni. According to the GZSZ website, there’s an erotic tension between the two women from their very first encounter.

Joana Schümer as Rosa made her first appearance last week, when she agreed to invest in a real estate projected developed by Jo and his ex-wife Katrin. While negotiating the terms of the deal, Rosa and Katrin sort of bonded over the fact that they are both smart women who manage to prevail in a business world still dominated by men.

Though Rosa has yet to meet Anni and, judging from the previews, it might take until September before their storyline actually starts, from the little that we’ve seen and know of Rosa so far, it could actually be something to look forward to as she and Anni could be quite an interesting pairing for several reasons. First of all, they are very different, and I don’t just mean the age difference. Rosa is a wealthy banker with two adult sons who plays golf in her spare time. Anni has two jobs, shares a flat with a couple of roommates and spends most of her spare time hanging out with her friends when she’s not out partying and picking up one night stands. Can you imagine her on a golf course? Also, Anni is acquainted with Chris, Rosa’s son. Even though there was a time when Anni was mad at Chris for revealing her sham marriage with Amar, they seem to get along at the moment. How will he react when his mother, who he is on bad terms with, hooks up with someone from his circle of friends? Furthermore, there is bound to be an interesting role reversal when it comes to their sexuality. Usually, it’s the older partner who is more experienced, but in this case, it’s most likely Anni, since Rosa apparently hasn’t had relationships with women before.

So, does this mean that Anni & Jasmin are now really over? I know that some fans hope that Rosa is just a plot device to eventually bring Anni & Jasmin back together. But to be honest, even though I don’t think that Anni will love Rosa as much as she loved Jasmin, if she falls in love with Rosa at all, it really doesn’t look like a “JasAnni” reunion is very likely, at least not in the foreseeable future. Therefore, I’m actually thrilled of the possibilty of Anni having a visible love life again, especially given the poor state of lesbian visibility on German TV shows in general at the moment.

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Film- & Serientipps Spezial: Alles außer Fußball

Ein Hinweis in eigener Sache, insbesondere für die Fußballmuffel unter euch: Während der EM poste ich auf Facebook und Tumblr regelmäßig Film- und Serientipps, sozusagen als Alternative zu “König Fußball”. Natürlich sind da auch so einige Filme und Serien mit lesbischen und bisexuellen Frauenfiguren und Liebesgeschichten zwischen Frauen dabei. Auf diese Tipps werde ich jeweils hier verlinken, mit einer kurzen Erläuterung, warum der Film bzw. die Serie für Rosalie & Co. relevant ist.

Screenshot_Filmtipps

Filmtipps:

  • Carol
    Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen in den USA Anfang der 1950er Jahre, mit Cate Blanchett und Rooney Mara in den Hauptrollen; sehr wahrscheinlich der neue ultimative Lesben-Kultfilm.
  • Frozen (Die Eiskönigin – Völlig unverfroren)
    Ausdrücklich lesbisch oder bisexuell ist zwar keine der Figuren, aber die Geschichte, die Königin Elsa, eine der Hauptfiguren, in dem Film durchläuft, weist viele Parallelen zu einem Coming-out auf. Unter dem Hashtag #GiveElsaAGirlfriend wird in den sozialen Netzwerken deshalb auch gefordert, dass Elsa in der Fortsetzung eine Freundin haben soll.
  • Grandma
    Lily Tomlin spielt die lesbische Elle, die ihrer Enkeltochter in einer Notsituation zur Seite steht.
  • Schöne Frauen
    Unter den fünf Schauspielerinnen, um die es in dem Film geht, ist auch die lesbische Geno, die es nicht schafft, sich von ihrer Freundin zu trennen. Außerdem entwickeln sich zwischen zwei anderen Frauen mehr als freundschaftliche Gefühle.
  • BFFs
    Eigentlich wollten die Freundinnen Kat und Sam nur so tun, als seien sie ein Paar. Doch aus Spaß wird ernst und bald steht die Frage im Raum, ob sie nicht doch mehr füreinander sind als “nur” Freundinnen.
  • Pride
    Zwar spielen in dem Film überwiegend schwule Männer eine Rolle, aber die Gruppe, um die es geht, heißt nicht umsonst “Lesbians and Gays Support the Miners”, denn es sind tatsächlich auch einige Lesben dabei und es gibt einige ganz charmante Szenen mit ihnen.
  • Club der Teufelinnen (The First Wives Club)
    Um ihrer lesbischen Tochter Chris zu signalisieren, dass sie sie unterstützt, schleppt Annie, eine der Hauptfiguren, ihre beiden Freundinnen Elise und Brenda in eine Lesben-Bar. Komikerin Lea DeLaria, inzwischen bekannt aus Orange Is the New Black, hat hier einen kurzen Gastauftritt. In dem Buch, auf dem der Film baisert, gibt es diese lesbische Tochter übrigens nicht, sondern es ist Brenda, eine der Hauptfiguren, die erkennt, dass sie eigentlich Frauen liebt. In den 1990er Jahren war man aber wohl leider noch nicht so weit, dies auch im Film zu zeigen. Schade eigentlich.
  • Rent
    Zu der Gruppe von Freund*innen, um die es in dem Film geht, gehört auch das Frauenpaar Joanne und Maureen.
  • The Hours
    Eine der Hauptfiguren des Films, Clarissa Vaughn, gespielt von Meryl Streep, lebt mit einer Frau zusammen, ihrer Lebensgefährtin Sally, gespielt von Allison Janney. Und auch Nicole Kidman und Julianne Moore küssen in ihren Rollen jeweils eine andere Frau.

Serientipps

  • Being Erica
    Hauptfigur Erica ist zwar hetero, bandelt in einer Folge jedoch kurz mit ihrer Nachbarin, der lesbischen Kennedy an. Kennedy, die von Lost Girl Anna Silk gespielt wird, hat auch später noch weitere Gastauftritte. Außerdem in einer Gastrolle dabei: Tatiana Maslany, die in Orphan Black u.a. die lesbische Cosima spielt.
  • Warehouse 13
    Eine ab Staffel 2 wiederkehrende Rolle ist die der Helena alias H.G. Wells. Obwohl sie aus dem 19 Jahrhundert stammt, macht Helena keinen Hehl daraus, bisexuell zu sein. Sie versteht sich besonders gut mit der Secret Service-Agentin Myka und es wird angedeutet, dass die beiden mehr füreinander empfinden als Freundschaft.
  • Call the Midwife
    Gegen Ende von Staffel 3 wird Hebamme Patsy als eine neue Hauptfigur eingeführt. Bereits sehr früh wird angedeutet, dass Patsy nicht auf Männer steht, als sie eine eifersüchtige Kollegin mit folgenden Worten beruhigt: “Tom is not my type. At all. … There are certain things he lacks and certain things he has too much of – for me.” Tatsächlich stellt sich in Staffel 4 heraus, dass Patsy eine Beziehung mit der Krankenschwester Delia hat, die sie aber – die Serie spielt Anfang der 1960er Jahre – nicht offen leben können.
  • Orange Is the New Black
    Alex, Piper, Poussey, Big Boo, Nicky, Sophia u.v.m. – lesbisch, bi, trans, die Figurenvielfalt in OITNB ist tatsächlich bunt wie der Regenbogen.
  • Doctor Who
    Zum Freundeskreis des Doktors zählen auch Vastra, die der Spezies der Silurianer angehört, und Jenny, eine menschliche Frau. Obwohl sie im London des späten 19. Jahrhunderts leben, sind sie verheiratet. River Song, die Frau des Doktors, ist bisexuell und war – außer mit dem Doktor und einigen anderen Männern – auch mit Frauen verheiratet. Im Laufe der Serie tauchen in einzelnen Episoden zudem weitere lesbische und bisexuelle Frauenfiguren auf.
  • Mord mit Aussicht
    In Staffel 1 verguckt sich Polizistin Bärbel in die Schreinerin Mathilde. Mehr als Knutschen passiert allerdings nicht (obwohl Bärbel nicht abgeneigt gewesen wäre), da Mathilde “auf der Walz” und daher nur für kurze Zeit in Hengasch ist. Leider wurde der Aspekt, dass Bärbel auch für Frauen offen ist, danach nicht wieder thematisiert, sondern Bärbel im Gegenteil vehement auf hetero getrimmt.
  • The Good Wife
    Kalinda Sharma, private Ermittlerin und eine Zeit lang eine der wichtigsten Verbündeten und gute Freundin für Hauptfigur Alicia Florrick, verführt sowohl Männer als auch Frauen, um an benötigte Informationen zu kommen.
  • Lost Girl
    Bo, die Hauptfigur der Serie, unterscheidet nicht nach Geschlecht, wenn es darum geht, ihren sexuellen Hunger zu stillen. Aber auch emotional fühlt sie sich sowohl zu einem Mann als auch zu einer Frau hingezogen und geht im Laufe der Serie u.a. eine Beziehung mit der Ärztin Lauren ein.
  • Jane the Virgin
    Hauptfigur Jane wird versehentlich künstlich befruchtet, weil Ärztin Louisa am Vorabend ihre Ehefrau mit einer anderen Frau im Bett erwischt hat und am nächsten Morgen noch so durch den Wind ist, dass sie die Patientinnen verwechselt. Louisa ist auch im weiteren Verlauf der Serie dabei, zwar nur als Nebenfigur, aber insbesondere ihre Beziehung mit Rose, der Frau ihres Vaters, sorgt für einige Verwicklungen.
  • Battlestar Galactica
    Dass es auch in dieser Serie eine kurze lesbische Liebesgeschichte gibt, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Sie geht nämlich für keine der Beteiligten gut aus und gehört leider nicht zu den vielen Aspekten, die die Serie sehenswert machen.
  • Orphan Black
    Zu der Gruppe weiblicher Klone, um die es in der Serie geht, gehört auch die lesbische Wissenschaftlerin Cosima. In der ersten Staffel verliebt sie sich in ihre Kollegin Delphine.
  • Miss Fishers mysteriöse Mordfälle
    In einer der Folgen der ersten Staffel wird offiziell, was man vorher schon ahnen konnte, nämlich dass die Ärztin “Mac”, eine gute Freundin der Hauptfigur Phryne Fisher, Frauen liebt.
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Programmhinweise: “Die Tote aus der Schlucht” und “Brief an mein Leben”

Heute und morgen Abend laufen im ZDF bzw. beim Ableger ZDFneo gleich zwei Filme mit lesbischen Hauptfiguren.

Die Tote aus der Schlucht, 24.04.16, 23:20 Uhr, ZDFneo

Kommissarin Susanne Landauer ermittelt in ihrem Heimatort im Todesfall einer Frau, die jahrelang in einer psychiatrischen Klinik gelebt hatte und die, wie sich herausstellt, Susannes biologische Mutter war. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von ihrer Lebensgefährtin, der Gerichtsmedizinerin Isabell.

Dieser Film, der 2015 schon einmal im ZDF lief, ist eigentlich nur durchschnittliche Krimikost mit einem nicht sonderlich spannenden, dafür aber reichlich konstruierten Fall und einer, zumindest was den Täter angeht, vorhersehbaren Auflösung. Was den Film jedoch sehenswert macht ist das Frauenpärchen Susanne und Isabell. Diesen beiden dürfte das ZDF gern noch weitere Fälle spendieren.

Susanne (Rosalie Thomass, rechts) wird bei der Auflösung des Falls von ihrer Lebensgefährtin Isabell (Lavinia Wilson) unterstützt (Bild: ZDF/Arvid Uhlig)

“Die Tote aus der Schlucht”: Susanne (Rosalie Thomass, rechts) wird bei der Auflösung des Falls von ihrer Lebensgefährtin Isabell (Lavinia Wilson) unterstützt (Bild: ZDF/Arvid Uhlig)

Brief an mein Leben, 25.04.16, 20:15 Uhr, ZDF

Die vielbeschäftigte Karrierefrau Toni ignoriert die Warnsignale ihres Körpers, bis dieser die Notbremse zieht: Burnout. In einer Klink will Toni schnell wieder gesund werden, muss jedoch bald einsehen, dass es so nicht funktioniert. Nach und nach lässt sie sich auf die Therapie und Erinnerungen, die in diesem Zusammenhang in ihr hochkommen, ein, um den Ursachen für ihren Zusammenbruch auf den Grund zu gehen.

Brief an mein Leben basiert auf dem gleichnamigen Buch von Miriam Meckel, weicht jedoch in vielen Aspekten von der Vorlage ab. Beibehalten wurde jedoch, dass Toni, die Hauptfigur, eine Lebensgefährtin hat, die im Film sogar eine größere Rolle spielt als im Buch. Einen ausführlicheren Beitrag über den sehr sehenswerten Film mit Marie Bäumer in der Hauptrolle habe ich hier veröffentlicht:

TV-Tipp: „Brief an mein Leben“ | medienbloggerin

Maria (Christina Hecke, links) genießt die Zeit mit Toni (Marie Bäumer) (Bild: ZDF/Conny Klein)

“Brief an mein Leben”: Maria (Christina Hecke, links) genießt die Zeit mit Toni (Marie Bäumer) (Bild: ZDF/Conny Klein)

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Anni & Jasmin on GZSZ: It’s complicated

What’s going on with Anni & Jasmin on GZSZ? A brief recap of what happened with the couple in the past year and the status of their relationship.

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Jasmin (Janina Uhse, left) and Anni (Linda Marlen Runge): Can they ever be “just friends”? (Quelle: RTL / Screencap: Rosalie & Co.)

Two years ago to the day, I published my first English blog post about Anni & Jasmin, two characters on the German soap opera Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ) who had fallen in love but, by then, were still struggling with their feelings for each other.

When I revisited their storyline in this blog post last year, Anni & Jasmin had become one of the most popular couples on the show, with an international fandom that was thriving. Even though their relationship was in trouble, it felt like there was still a chance that they could make it, or at least I very much hoped so. In the last paragraph of that post, I wrote:

“I hope that a year from now, I will be back to write about them again: how they managed to make their relationship work and are still going strong. It’d be nice to have them on our TV (and/or computer) screens for a little longer.”

Well, it’s a year later and I’m back. Both Anni and Jasmin are still part of the show and therefore still on our TV and computer screens, which means I can still write about them. But unfortunately, the writers had different plans for them than I had hoped for.

Anni and Jasmin couldn’t make their relationship work and eventually broke up. The way Anni was portrayed during the time they were struggling – pushing for an open relationship, going out with other women, not being considerate about Jasmin’s feelings and how much her girlfriend was suffering – made a lot of fans mad as they felt the way Anni acted was out of character. In fact, even I was confused about the turn the storyline took and a little worried that, after two years of carefully establishing Anni as a complex and interesting character and creating a beautiful love story between two women, the writers would now revert to clichés and stereotypes. I literally flinched when, during a heated argument, they had Jasmin say that her relationship with Anni was just a phase. Jasmin later apologized and made it clear that she was in love with Anni, but still.

Then Jasmin started dating a man – yep, cliché – and Anni became jealous, clashing with Jasmin’s new boyfriend Frederic more than once. But my concern that it would play into some people’s belief that a woman is naturally much better off in a relationship with a man than with a woman and make Anni look like she’s just a sore loser who cannot accept the natural order of things soon resolved itself. Part of it was the writing. To give the writers credit, I don’t recall them even hinting at that. But it was mostly the development of the storyline. Because Frederic turned out to be Jasmin’s biological father.

To be honest, I’m not a big fan of the “I’m your (long-lost) father/mother/brother/sister”-storylines that are typical for most soap operas and telenovelas. And this storyline in particular had way too many plot holes and was dragged out for too long for my taste. But what I do like is how the development brought Anni and Jasmin closer together again. When the truth was finally revealed and Jasmin was devastated, it was Anni who was there for her. She took care of Jasmin, offered her a shoulder to cry on and helped her through the difficult time. It became obvious how much Jasmin still meant to Anni, but also how important Anni still was to Jasmin, that she was someone she trusted and relied on when things went south.

So, are they heading towards a reunion? It almost looked that way a few weeks ago when, after a night out partying with friends, Anni and Jasmin kissed. But although my romantic heart is rooting for them to be together again at one point and I hate to see Anni being lovesick, even I think that it would be too early and I was more than okay with how the situation was resolved: With the two of them eventually talking about it, Anni admitting to Jasmin that her feelings for her were back, if they had ever gone away, and the two of them handling it like adults and trying to find a way to save their friendship.

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Anni still has feelings for Jasmin (Quelle: RTL / Screencap: Rosalie & Co.)

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After a night out, Anni and Jasmin kiss (Quelle: RTL / Screencap: Rosalie & Co.)

To sum up, I wasn’t quite happy with how Anni & Jasmin’s storyline developed this past year and I was even ready to stop watching a few times, but by now, I’m optimistic again and I will stay tuned. There’s a big storyline coming up that involves not only both Anni and Jasmin, but also a lot of other members of the cast. Plus, there’s going to be a guest appearance by an actress who I like a lot, but unfortunately haven’t seen in any new roles on TV in ages, which is why I’m very excited about that. I don’t want to give away too much, but if you know who my favorite couple on Hinter Gittern was, you might be able to figure out who it is. 😉

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Hinweis zur neuen Staffel von “Die Chefin”

An diesem Freitag startet im ZDF die neue Staffel der Serie Die Chefin. In den letzten Jahren habe ich auf meinen Social Media-Kanälen dafür immer Werbung gemacht, weil mir die Serie grundsätzlich gefällt, u.a. wegen der Figur Heike, Gerichtsmedizinerin, beste Freundin der Hauptfigur und seit der ersten Staffel offen und selbstbewusst lesbisch.

In diesem Jahr kann ich die Empfehlung leider nicht uneingeschränkt aufrecht erhalten, sondern möchte im Gegenteil denjenigen von euch, die die Serie insbesondere wegen Heike sehen, raten, vorab die Vorschau für die Folge Albtraum, die am Freitag gezeigt wird, zu lesen und dann zu entscheiden, ob ihr euch das antun wollte. Gerade wer angesichts der aktuellen Entwicklungen in US-Serien die Schnauze voll davon hat zu sehen, wie lesbische Figuren zu Opfern von Gewalttaten werden, sollte sich diese Folge besser sparen.

Link:

Die Chefin – “Albtraum” | ZDF.de

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Filmtipp: “Freeheld”

In “Freeheld” spielen Julianne Moore und Ellen Page ein lesbisches Paar, das für gleiche Rechte kämpft. Neben einer berührenden Liebesgeschichte erzählt der Film von einem wichtigen Moment im Kampf für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in den USA. Sehenswert!

Julianne Moore und Ellen Page als Laurel und Stacie in "Freeheld" (Bild: Universum Film)

Julianne Moore und Ellen Page als Laurel und Stacie in “Freeheld” (Bild: Universum Film)

In dieser Woche kommt der Film Freeheld – endlich! – in die deutschen Kinos. Die großartige Julianne Moore spielt in dem Drama die Polizistin Laurel, die an Lungenkrebs erkrankt und darum kämpft, ihre Pensionsansprüche auf ihre Lebenspartnerin Stacie, gespielt von der nicht weniger großartigen Ellen Page, übertragen zu dürfen. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, dem Kampf von Laurel Hester und Stacie Andree mit dem sogenannten “board of chosen freeholders”, der 2005/2006 in Ocean County, New Jersey ausgetragen wurde. Der Sieg von Hester und Andree über das Gremium gilt als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in den USA.

Freeheld erzählt zunächst die Liebesgeschichte von Laurel und Stacie. Die beiden Frauen lernen sich beim gemeinsamen Volleyballspielen kennen. Schon beim ersten Date wird deutlich, dass eine Beziehung mit der fast 20 Jahre älteren Laurel für Stacie mit einigen Opfern verbunden sein wird, und das nicht primär wegen des Altersunterschieds. Laurel ist sehr darauf bedacht, ihr Privatleben geheim zu halten aus Angst, sonst ihre Karriere als Polizistin zu gefährden und stößt Stacie damit ein ums andere Mal vor den Kopf. Dennoch schaffen sie es, sich ein gemeinsames Leben einzurichten, mitsamt Eigenheim und Hund, und lassen ihre Partnerschaft sogar offiziell registrieren.

Ihr Leben gerät aus den Fugen, als bei Laurel Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert wird. Damit Stacie, die als Automechanikerin nur wenig verdient, im Fall der Fälle das gemeinsame Haus trotzdem halten kann, beantragt Laurel, dass ihre Pensionsansprüche nach ihrem Tod auf ihre Lebenspartnerin übergehen, wie dies bei verheirateten Paaren üblich ist. Ihr Antrag wird von den “board of chosen freeholders”, dem zuständigen kommunalen Gremium, abgelehnt. Laurel ist jedoch nicht bereit, diese Entscheidung einfach hinzunehmen. Schon bald kämpfen Laurel und Stacie an zwei Fronten: gegen die Krankheit und für Gleichberechtigung. Doch während Laurels Gesundheitszustand sich immer weiter verschlechtert, gibt es auf der anderen Seite Grund zur Hoffnung. Denn Laurel und Stacie erhalten in ihrem Kampf gegen die politischen Entscheidungsträger nach und nach immer mehr Unterstützung.

Als Freeheld im vergangenen Oktober in den USA in die Kinos kam, waren die Kritiken durchwachsen. Zwar wurden die schauspielerischen Leistungen insbesondere der beiden Hauptdarstellerinnen gewürdigt, der Film wurde jedoch unter anderem für seine vorhersehbare Erzählweise und stellenweise nur schwach entwickelten Figuren kritisiert. Tatsächlich ging auch mir insbesondere in der zweiten Hälfte des Films mehr als einmal der Gedanke “typisch Hollywood” durch den Kopf, sowohl in Bezug auf die Dramaturgie als auch die Figuren. Laurels Kollege und Partner Dane, ein heterosexueller Mann, der Laurels Anliegen zunächst nicht versteht, dann jedoch zu einem von Laurels und Stacies wichtigstem Unterstützer wird, wirkt ein bisschen zu stark und heldenhaft, der schwule Aktivist Steven, gespielt von Steve Carell, ein bisschen zu provokativ und exaltiert und die “Freeholder”, die nicht auf Laurels Seite stehen, wirken ein bisschen zu bigott und selbstgefällig.

Dass ich den Film dennoch sehenswert finde, liegt vor allem an Julianne Moore und Ellen Page. Obwohl sie auf den ersten Blick so unterschiedlich sind, überzeugen sie als Liebespaar. Dabei hilft es, dass Laurels und Stacies Liebesgeschichte von Anfang an erzählt und gezeigt wird, wie sich ihre Beziehung entwickelt und wie ihre Gefühle füreinander die anfänglichen Zweifel wegen des Altersunterschieds ebenso überwiegen wie die Konflikte, die dadurch entstehen, dass Laurel nicht bereit ist, ihre Liebe offen zu leben.

Zudem dokumentiert Freeheld einen wichtigen Moment im Kampf um Gleichberechtigung für homosexuelle Paare. Auch wenn es um die Rechtslage in den USA geht, war und ist das Anliegen universal: Gleiche Rechte und Akzeptanz dafür, dass die Liebe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ebenso wertvoll und schützenswert ist wie die zwischen Mann und Frau. Laurels und Stacies Sieg im Film hat zumindest mich auch deshalb so berührt, weil deutlich wird, wie sehr der Kampf dieser beiden Frauen im realen Leben dazu beigetragen hat, dass schwule und lesbische Paare in den USA heute heiraten können.

“Freeheld” startet am 7. April 2016 in den deutschen Kinos. Mehr Infos zum Film und den deutschen Trailer gibt es auf der offiziellen Webseite.