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“Jenny’s Wedding”: Wenn die Tochter eine Frau heiratet

Wer bei “Jenny’s Wedding” mit Katherine Heigl und Alexis Bledel auf eine romantische lesbische Liebeskomödie gehofft hatte, wird leider enttäuscht. Immerhin vermittelt der Film eine schöne Botschaft: Am Schluss siegt die Liebe.

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Jenny (Katherine Heigl, vorne) und Kitty (Alexis Bledel) wollen heiraten (Bild: Universum Film)

Jenny (Katherine Heigl) ist schon seit fünf Jahren glücklich mit Kitty (Alexis Bledel) zusammen. Nur ihre konservative Familie denkt noch immer, dass Jenny erfolglos auf der Suche nach dem richtigen Mann und Kitty nur ihre Mitbewohnerin ist. Erst als Jenny und Kitty beschließen zu heiraten und eine Familie zu gründen, kann Jenny sich nicht länger vor dem Coming-out drücken. Ihre überraschende Offenbarung stellt ihre Familie vor eine Zerreißprobe.

Ein Zeichen für Gleichstellung

Grey’s Anatomy-Star Katherine Heigl heiratet Gilmore Girl Alexis Bledel” – diese Meldung ging vor ca. zwei Jahren wie ein Lauffeuer durch meine Social Media-Timelines. Zwar war schnell klar, dass es diese Verbindung nur im Film geben würde, aber in der damals noch heißen Phase des Kampfes um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den USA war es durchaus keine kleine Sache, wenn zwei beliebte Schauspielerinnen sich auf der Leinwand das Ja-Wort geben und damit ein Zeichen für Gleichstellung setzen würden. Außerdem ließ die Besetzung auf jede Menge Romantik und Humor hoffen.

Diese Hoffnung erfüllt Jenny’s Wedding leider nicht. Tatsächlich enthält der Film einen der wohl unromantischsten Heiratsanträge der Filmgeschichte. Anders, als der Trailer es befürchten lässt, gibt es aber immerhin auch den ein oder anderen Kuss statt nur leidenschaftlicher Umarmungen. Doch im Mittelpunkt des Films steht weniger die Beziehung zwischen Jenny und Kitty, sondern vielmehr Jennys Beziehung zu ihrer Familie und wie diese mit der Erkenntnis umgeht, dass Jenny nicht nur eine Frau liebt, sondern ihnen diesen wichtigen Teil ihres Lebens jahrelang verheimlicht hat.

“Love wins”

Das heißt nun nicht, dass es sich deswegen gar nicht lohnen würde, den Film zu sehen. Denn die Entwicklung, die insbesondere Jennys Eltern und ihre Schwester durchmachen, ist nachvollziehbar und durchaus berührend erzählt. So manche Zuschauer*innen aus der LGBT-Community dürften sich bei Sätzen wie “Was haben wir falsch gemacht?” an ihr eigenes Coming-out erinnert fühlen. Ein weiterer Pluspunkt des Films und für mich eines der Highlights ist der Einsatz des Liedes She Keeps Me Warm von Mary Lambert, das nicht nur überaus passend ist, sondern auch einfach wunderschön. Zudem macht der Film Hoffnung, dass trotz aller Widerstände letztlich doch immer die Liebe siegt – nicht nur die Liebe zwischen zwei Menschen, die ihr Leben miteinander verbringen wollen, sondern auch die Liebe von Eltern und Geschwistern.

Und schließlich: Katherine Heigl küsst Alexis Bledel. Auch wenn mehr Romantik schön gewesen wäre, schlimm anzusehen ist das nun wirklich nicht. 😉

Jenny’s Wedding ist am vergangenen Freitag in Deutschland auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erschienen. Trailer zum Film gibt’s bei YouTube, und zwar sowohl auf Deutsch als auch im Original.

Autor/in: Meike

Bloggerin aus Leidenschaft, Bachelor im Seriengucken, out and proud since 1998. Ich sehe fern und schreibe darüber. Mehr Infos über die Bloggerin und ihren Blog gibt es hier.

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