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Nicht normal genug: Warum es in deutschen Vorabendserien kaum homosexuelle Figuren gibt

Die Zeitschrift brand eins befragte kürzlich Medieninsider, wie Medien Normalität konstruieren. Drehbuchautor Martin Muser hatte über die ungeschriebenen Gesetze des deutschen Vorabendprogramms in Bezug auf die Sexualität der Figuren unter anderem Folgendes zu berichten:

“Zu den unausgesprochenen Regeln gehört immer noch, dass Homosexualität praktisch nicht vorkommt, und wenn, dann nicht als die Normalität, mit der sie heute in der Gesellschaft weitgehend gelebt und wahrgenommen wird, sondern immer als irgendwie exzentrische, seltsame Abweichung. […]

Bei Figuren, die von der weißen, deutschen, heterosexuellen, monogamen Normalität abweichen, haben die Verantwortlichen immer das Gefühl, dass sie ein ganz besonderes Augenmerk darauf richten müssen, damit diese Abweichung auch ja genau und deutlich erklärt wird, weil sie sonst vielleicht für Irritationen sorgen könnte. […]

Das erklärt einiges. Und ist unglaublich schade.

Da kann man nur hoffen, dass auch in die Redaktionen deutscher Fernsehsender bald die Einsicht Einzug hält, dass unsere Gesellschaft längst nicht so durchgehend weiß und heterosexuell ist, wie man das vor allem früher gern annehmen wollte, sondern bunt gemischt, und dass Fernsehsender – insbesondere solche mit öffentlich-rechtlichem Bildungsauftrag – dies zeigen sollten, und zwar auch im Vorabendprogramm.

Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen:

“Ganz normale Leute”, brand eins, Ausgabe 10/2013

Autor/in: Meike

Bloggerin aus Leidenschaft, Bachelor im Seriengucken, out and proud since 1998. Ich sehe fern und schreibe darüber. Mehr Infos über die Bloggerin und ihren Blog gibt es hier.

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