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“Rizzoli & Isles”: Wenn die Maura mit der Jane…

Bei Vox lief gestern das Finale der dritten Staffel von “Rizzoli & Isles”. In einem Beitrag für den Serienblog der Zeitschrift “Gala” hat eine der Bloggerinnen aus diesem Anlass ihre Begeisterung über die Serie zum Ausdruck gebracht. Mit dieser Begeisterung ist sie in Deutschland anscheinend auch nicht allein, denn Vox fährt schon seit Wochen mit der Serie richtig gute Quoten ein.

Nicht unerwähnt lässt die Autorin auch die besondere Beziehung von Jane Rizzoli und Maura Isles. Über die Umschreibung als “leichte homoerotische Note” musste ich dann aber doch schmunzeln. Leicht? Das mag in den ersten Folgen der Serie vielleicht so gewesen sein, inzwischen ist da definitiv mehr.

Ich muss zugeben, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war, was diesen ganzen “Rizzles” bzw. “Gayzzoli”-Subtext-Hype anging. Muss hinter einer Freundschaft zwischen zwei Frauen immer gleich mehr stecken? Und was, wenn hier nur die Begeisterung lesbischer Fans angeheizt, dann aber wie schon so häufig gekniffen wird, weil man sich nicht unter dem sicheren Deckmäntelchen der Heterosexualität hervorwagt? Das wäre reichlich frustrierend.

Tatsächlich scheint es auch nach der dritten Staffel immer noch sehr unwahrscheinlich, dass aus Jane und Maura auf dem Bildschirm jemals “offiziell” ein Paar wird. Das ist aber eigentlich schon fast egal. Denn ob nun absichtlich oder aus Versehen: So, wie die Beziehung der beiden geschrieben und gespielt ist, sind sie es längst. Daran ändert es auch nichts, dass sie nicht miteinander schlafen und ihnen ab und zu alibimäßig irgendwelche Männerliebschaften ins Drehbuch geschrieben werden. Ihre Dialoge, ihre Konflikte, Mauras Einbindung in die Rizzoli-Familie und allgemein ihr Umgang miteinander – wäre eine der beiden ein Mann, gäbe es keinen Zweifel daran, dass sie ein Paar sind.

Im Juni startet in den USA die 4. Staffel. Auf dem vor einigen Wochen veröffentlichten Promo-Poster sind Jane und Maura mit Handschellen aneinander gefesselt, das Ganze läuft unter der Überschrift “Bound for Life”. Auf Lebenszeit miteinander verbunden, vielleicht sogar füreinander bestimmt, bis dass der Tod sie scheidet?

Es wird spannend sein zu sehen, wie lange die AutorInnen die Art der Beziehung von Jane und Maura noch im Vagen lassen können, ohne entweder komplett unglaubwürdig zu werden oder die Chemie der beiden, die einen großen Teil des Charmes der Serie ausmacht, zu zerstören. Wodurch sie es sich nicht nur, aber vor allem mit einer riesigen lesbischen Fanbase verscherzen würden.

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Autor/in: Meike

Bloggerin aus Leidenschaft, Bachelor im Seriengucken, out and proud since 1998. Ich sehe fern und schreibe darüber. Mehr Infos über die Bloggerin und ihren Blog gibt es hier.

5 Kommentare

  1. bitter_suess 9. Mai 2013 um 18:51

    Guter Beitrag!
    Die beiden haben sich ja auch schon ein paar mal als Paar ausgegeben…
    Das Beste meiner Meinung nach an der Serie ist (abgesehen von den beiden Schauspielerinnen), dass die Serie überhaupt nicht sexistisch ist und jeglicher sexistischer Kommentar von Maura oder Jane gekonnt gekontert wird.
    Toll ist auch, dass jeder für Maura oder Jane interessante Mann ein Mörder ist, krank, stirbt oder sonst etwas. Jedenfalls verschwinden alle und am Ende sind immer Maura und Jane <3

  2. Sie sind schön, die Ladys – Maura besonders – clever und kriegen sie alle, nur hoffe ich für die Serie an sich, das es bald spannender wird!

  3. Mich erinnern die Beiden manchmal an “Cagyney & Lacey”, der Women-Buddy-Crimeshow aus den 80ern. Warum auch immer. :))

    Jedenfalls bieten “Rizzoli & Isles” alles, was eine gute TV-Show für mich ausmacht.
    Gute Unterhaltung im Krimi-Setting. Und als Schlagobers
    zwei starke Frauen, die (wohl) hetero sind und daher durchaus nichts dagegen hätten, wenn Mr. Right zufällig zwischen zwei Leichen oder so auftauchen würde. Die aber, und das finde ich richtig gut an “Rizzles”, nicht zwingend Partner benötigen um glücklich mit Ihrem Leben zu sein. Denn sie haben im Zweifel immer noch ihre Freundschaft. Die ihnen offenbar mindestens genauso viel wert . Wenn nicht sogar noch mehr. Eben “Bound for Life”. Denn auch eine Freundschaft kann ein Leben lang halten (heutzutage vermutlich eher als eine Ehe, gemessen an den Scheidungsraten) , wenn man das will und das Leben einen nicht zu stark auseinander zerrt.

    Auch witzig finde ich, das Maura von Janes Sippe schon quasi adoptiert worden ist.

    Aber, die viel zitierte “homoerotische Note” sehe ich bei den Beiden nicht. Komischerweise. 🙁 Weswegen mir persönlich der Subtext-Hype um die Beiden ein bisschen auf den Wecker geht.
    Aber vielleicht nervt es mich auch nur, weil ich andererseits auch nichts dagegen hätte wenn die Beiden mehr als “nur” eine tiefe Freundschaft verbinden würde und wir dies auch zu sehen bekämen. Irgendwann. 😉

  4. Hay
    Also ich liebe Rizzoli & Isles einfach, verpass keine folge und finde das du vollkommen recht hast.! Maura und jane sind befreundet, manchmal wirken sie ech ein bichen wie ein paar zum beispiel in dem rückblick als jane maura das mikro anhefftet in staffel 3 folge 1. Aver na und?! Ich meine selbst wenn sie ein paar wären, was ich bezweifel, wär das so schlimm? Würden manche leute echt nicht mehr einschalten? Glaub ich kaum. Also sollte man aufhören sich darüber zu beschweren oder was auch immer, bevor man die tollste serie der welt hinterher noch damit in den dreck zieht! Ob paar oder freundschafft, guckt einfach weiter und genießt die lustigen und spannenden szenen!:)