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Jenny, Emma und die Heteronormativität

Wenn man Jemma-Fans fragt, was für sie das Besondere an dieser Liebesgeschichte zwischen zwei Schülerinnen in einer kleinen deutschen Fernsehserie war, dann ist die Antwort meistens, dass sie so anders erzählt wurde als andere Liebesgeschichten zwischen Frauen – originell, einfühlsam und insbesondere ohne die üblichen Klischees.

Aber lässt sich dieser Eindruck, der bei den meisten aus dem Bauch heraus entstanden ist, gegebenfalls auch etwas kopfgesteuerter – soll in diesem Fall heißen: wissenschaftlich – untermauern? Vielleicht durch Rückgriff auf die sog. Queer Theory und den dort geprägten Begriff der Heteronormativität?

Dieser Frage bin ich im Rahmen einer medienwissenschaftlichen Seminararbeit einmal nachgegangen, die ich auf Wunsch einiger Jemma-Fans mit einigen Kürzungen und redaktionellen Anpassungen jetzt auf diesem Blog veröffentliche.

Im ersten Teil der Arbeit geht es dabei zunächst um die wissenschaftlichen Grundlagen. Womit beschäftigen sich die Queer Studies, was ist Heteronormativität, und was hat das eigentlich alles mit Fernsehen zu tun?

Im zweiten Teil folgt die Analyse der Liebesgeschichte von Jenny und Emma insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Heteronormativität. Dabei geht es zunächst um die Anfänge ihrer Beziehung und die Einstellung von Jenny auf der einen und Emma auf der anderen Seite zu Liebe und sexueller Orientierung. Anschließend wird die Darstellung der Liebesbeziehung von Jenny und Emma anhand ausgewählter Beispiele mit anderen, heterosexuellen Liebespaaren in der Serie verglichen.

Wer jetzt (immer noch) Interesse hat – hier geht’s weiter:

“Jenny, Emma und die Heteronormativität – Eine Betrachtung der Liebesgeschichte der Figuren Jenny und Emma in der Serie „Hand aufs Herz“ aus dem Blickwinkel der Queer Theory”

Autor/in: Meike

Bloggerin aus Leidenschaft, Bachelor im Seriengucken, out and proud since 1998. Ich sehe fern und schreibe darüber. Mehr Infos über die Bloggerin und ihren Blog gibt es hier.

6 Kommentare

  1. Danke Meike fürs online stellen.
    Ohne fishing for comoliments betreiben zu wollen, ich kann mit Fug und Recht sagen, eine der besten Seminararbeiten, die ich je gelesen haben. Großen Respekt dafür.

  2. I can only say 1 thing : WOW!!!

    The way you analyze everything is just ….. -speechless-

    Great, great job, RESPECT!!! <3

  3. Wow!
    War lange nicht online, deshalb jetzt erst ein Kommi 🙂
    Toller Artikel – alles gut auf den Punkt gebracht, was mir und ich denke den meisten so gut dran gefallen hat – hat echt Spass gemacht, ihn zu lesen!

    Eine kleine fragliche Stelle steckt für mich in einer deiner Formulierungen (Inhalt der Klammer und Hervorhebung von mir):
    “Durch Jennys Blicke in Emmas Richtung wird zwar deutlich gemacht, dass sie sich nur so verhält (mit Hotte anbändeln), um Emmas Aufmerksamkeit zu erregen; dennoch kommen Zweifel auf, ob sie einen Mann überhaupt küssen würde, wenn sie nicht HETEROSEXUELL wäre.”
    Jenny könnte ja auch bisexuell oder eben queer sein. Sagst du das dort im Kontext/aus dem Blick des “normalen heterogenormten Zuschauers”, der nur hetero und vielleicht noch das Gegenteil homosexuell kennt?
    LG hoppe

    • Danke für deinen Kommentar, freut mich, dass dir die Arbeit gefällt.

      Zu deiner Frage: “Sagst du das dort im Kontext/aus dem Blick des “normalen heterogenormten Zuschauers”, der nur hetero und vielleicht noch das Gegenteil homosexuell kennt?” – in der Frage liegt schon die Antwort, genauso ist es. 🙂