Permalink

5

Cynthia Nixon macht sich unbeliebt: “You don’t get to define my gayness for me”

Schauspielerin Cynthia Nixon, bekannt insbesondere aus “Sex and the City”, hat sich in der LGBT Community in den USA unbeliebt gemacht. In einem Porträt der New York Times wird sie mit folgenden Worten zitiert:

I gave a speech recently, an empowerment speech to a gay audience, and it included the line ‘I’ve been straight and I’ve been gay, and gay is better.’ And they tried to get me to change it, because they said it implies that homosexuality can be a choice. And for me, it is a choice. I understand that for many people it’s not, but for me it’s a choice, and you don’t get to define my gayness for me.

Viele Aktivisten aus der schwullesbischen Szenen fordern nun von Nixon, dass sie sich selbst doch als bisexuell und nicht als “gay”, also homosexuell, bezeichnen solle, um den Eindruck zu vermeiden, dass man sich für oder gegen Homosexualität entscheiden könne. Dies wiederum lehnte die Schauspielerin in einem Interview mit “The Daily Beast” ab, und verwies dabei auch auf den schlechten Ruf von Bisexuellen in der LGBT Community:

I think for gay people who feel 100 percent gay, it doesn’t make any sense. And for straight people who feel 100 percent straight, it doesn’t make any sense. I don’t pull out the “bisexual” word because nobody likes the bisexuals. Everybody likes to dump on the bisexuals. […] I just don’t like to pull out that word. But I do completely feel that when I was in relationships with men, I was in love and in lust with those men. And then I met Christine and I fell in love and lust with her. I am completely the same person and I was not walking around in some kind of fog. I just responded to the people in front of me the way I truly felt.

Was meint ihr – ist die Aufregung begründet oder überzogen?

Autor/in: Meike

Bloggerin aus Leidenschaft, Bachelor im Seriengucken, out and proud since 1998. Ich sehe fern und schreibe darüber. Mehr Infos über die Bloggerin und ihren Blog gibt es hier.

5 Kommentare

  1. Für mich ist die Aufregung überzogen. Wenn sie sich selbst so definiert, darf sie das gern tun. Es gibt eben immer noch die persönliche Freiheit und keiner muss sich vor irgendeinen Karren spannen lassen.
    Schließlich sollte man Toleranz nicht nur einfordern sondern auch gewähren!

  2. Sie sagt ja nur für sie war es eine Entscheidung… Ich denke, man sollte sich lieber um Prevention von Suizid und Mobbing kümmern, als Worte auf die Waagschale zu legen.

  3. Zur Entscheidungsfrage. Ich find eigentlich gut was sie sagt, denn es ist das was sie empfindet und es ist halt auch ehrlich zu sagen dass es jetzt nicht schlimm für sie wäre weiter ein heteronormatives Leben zu führen (und das auch vorher nicht unschön war) sondern dass sie es einfach bevorzugt lesbisch zu sein (naja, ihre Frau hat damit ja auch was zu tun). Da hat sie natürlich irgendwie Glück die Mrs. Nixon, aber es zeigt doch auch die positive Entwicklung dass man heute locker in der Lage ist zu sagen “Gefällt mir halt besser so”, weil man Frauen lieber mag, es angenehmer ist oder wie auch immer. Wäre früher so vermutlich nicht möglich gewesen. Für viele ist es natürlich nicht so einfach, aber ich sehe jetzt nicht wie ihre Aussage das mindert.

    Dass das Lager der Bisexuellen jetzt etwas enttäuscht über diese doch nicht so sehr freundliche Aussage zu dem Thema kann ich schon verstehen und anstatt dieses Klischee zu bedienen hätte Cynthia Nixon vielleicht die Chance ergreifen können die “Ellen” der Bisexuellen zu werden … nein .. also, es ist schon unglücklich wenn das der Grund ist wieso man sich so nicht nennen möchte, aber es ist ja ihre Entscheidung und wenn sie das so sieht ist das nicht zwangsläufig richtig, aber halt ihre Ding und damit in Ordnung.

    Ich denke übrigens auch das es viele Bisexuelle gibt die eigentlich lesbisch sind, das aber auch nicht sagen wollen weil sie sich da mit dem Begriff nicht ganz representiert fühlen.

  4. Ich wurde zuerst bei “Afterellen” auf Cynthia Nixon und ihre – für einige so verstörenden – Aussagen aufmerksam gemacht. Inzwischen habe ich sowohl die kompletten Interviews in der ” NYT” und in “The Daily Beast” gelesen und auch die jeweiligen Kommentare auf den dazugehörigen Websites und auch andere Artikel und Blogs dazu. Was sich dort aber teilweise an Reaktionen abgespielt hat und noch immer abspielt, ist so emotionsgeladen, dass mir manchmal die Worte fehlen!
    Für mich hat Cynthia Nixon ganz klar eine Statement für sich selbst abgegeben, wie sie sich selbst wahrnimmt und nicht für andere verallgemeinert. Es gibt einige Menschen, so wie sie, die es offensichtlich nicht wichtig finden, oder es nicht brauchen, sich genau zu definieren, auch sich zu benennen, oder einen “Stempel aufdrücken” zu lassen. Das ist Frau Nixons persönliche Entscheidung und dies ist zu respektieren, auch wenn ich es vielleicht nicht verstehen oder nachvollziehen kann.

    Im “The Daily Beast”-Interview bekommt Cynthia Nixon ja
    – bevor sie antwortet – die Frage gestellt, ob sie eine Lesbe in einer heterosexuellen Beziehung war, oder, ob sie jetzt eine Heterosexuelle in einer lesbischen Beziehung ist? Das finde ich sehr sehr kühn, ja sogar fast unverschämt! Eher eine Erpressung sich zur Bisexualität zu bekennen, was sie ja dann auch direkt vermeidet, bzw. zu umgehen versucht!
    Ich glaube übrigens nicht, dass sie Bisexualität ablehnt oder nicht ernst nimmt, wie ihr das unterstellt wird. Schade ist wirklich, dass jetzt das zweite Interview in anderen Foren und Blogs die ganze Situation noch verfahrener zu machen scheint…

  5. Für mich ist der wichtigste Satz, den Ms. Nixon sagt, der, den ich auch in der Überschrift zitiert habe: “You don’t get to define my gayness for me.” Jede und jeder sollte selbst entscheiden, wie sie oder er sich bezeichnet oder auch nicht. Ich kann verstehen, wenn Leute Angst haben, dass die Aussagen von Cynthia Nixon verallgemeinert werden und sie nun erklären müssen, dass und warum es für sie – anders als für Ms. Nixon – eben keine Entscheidung ist, schwul oder lesbisch zu sein. Die Heftigkeit der Reaktion finde ich allerdings immer wieder erstaunlich.

    Bloggerin Dorothy Snarker hat sich zu dem Thema auch geäußert (und sieht’s ähnlich wie ich):
    http://dorothysurrenders.blogspot.com/2012/01/pro-choice.html

    Und der Vollständigkeit halber ist hier auch noch der Link zum Artikel bei AfterEllen mit teilweise hochemotionalen Kommentaren:
    http://www.afterellen.com/people/cynthia-nixon-gets-candid-about-cancer-and-her-personal-choices