Kommt Mausi raus?!

Kati liebt Frauen. In ihrem Heimatort weiß dies allerdings niemand, und eigentlich findet Kati das auch ganz gut so. Doch als ihre Heimlichtuerei ihre Beziehung zu Freundin Yumiko belastet, beschließt Kati, sich endlich zumindest bei ihrer Mutter zu outen. Das ist leichter gesagt als getan…

Mausi_CoverGleich nach dem Abitur macht sich Kati (Julia Richter), genannt „Mausi“, aus ihrer westfälischen Heimat auf nach Hamburg. Was zuhause niemand weiß: Kati liebt Frauen, und in der Großstadt kann sie ihr Lesbischsein endlich leben. Alles scheint perfekt zu sein, als Kati sich in Yumiko (Alexandra Wilcke) verliebt. Die ist allerdings schon bald schwer genervt, weil ihre Freundin nicht öffentlich zu ihrer Liebe stehen will und sie regelmäßig „wegtarnt“.

Yumiko drängt Kati, sich endlich zu outen, und Kati lenkt schließlich ein. Schweren Herzens macht sie sich auf den Weg in ihre alte Heimat, um mit ihrer Mutter zu sprechen. Doch einmal angekommen läuft Katis Coming Out etwas anders als geplant…

Ein Coming-Out in der Provinz – in ihrem Debüt-Film, für den sie das Drehbuch schrieb und als Co-Regisseurin fungierte, erzählt Angelina Maccarone einfühlsam und dennoch witzig, wie schwer so etwas für alle Beteiligten sein kann.

Großstädtern mag das Bild, das sie von Katis westfälischer Heimat zeichnet, klischeehaft vorkommen, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Charaktere sind lebensnah und glaubwürdig, und was auf den ersten Blick wie Engstirnigkeit oder Intoleranz erscheint, entpuppt sich teilweise bei näherem Hinsehen als Sorge um einen geliebten Menschen oder als Reaktion auf die eigene Situation.

Als Katis Mutter (Gisela Keiner) ihrer Tochter rät, niemandem sonst von ihrer Homosexualität zu erzählen, tut sie dies weniger aus Sorge um ihren eigenen Ruf, sondern vor allem, um ihre Tochter zu schützen. Und Katis beste Freundin Sonja (Nina Weniger), die von ihrem Freund unter Druck gesetzt wird, sich nicht mehr mit Kati sehen zu lassen, ist hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu ihrer besten Freundin und den gesellschaftlichen Zwängen der Kleinstadt, von denen sie sich – anders als Katis Mutter – noch nicht freimachen kann.

Ein witziger, charmanter, wunderbarer Film, dessen Themen auch nach 15 Jahren immer noch aktuell sind und der nicht nur deshalb unbedingt sehenswert ist. Oder, wie es der Verleih ausdrückt: „Einer der großen Klassiker des lesbischen Films steht wieder zur Verfügung!“

Bildquelle: Amazon

Veröffentlicht: Mai 2010 / Aktualisiert: April 2017

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