Alles wird gut

Als die chaotische Nabou bei Karrierefrau Kim als Haushaltshilfe anheuert, dauert es nicht lang, bis zwischen den beiden Frauen die Fetzen fliegen. Doch als Kim Nabous Hilfe benötigt, ist diese für sie da. Die beiden Frauen kommen sich näher und stellen schließlich fest, dass sie doch mehr verbindet, als sie zunächst glaubten…

AWG_CoverNabou (Kati Stüdemann) liebt Katja (Aglaia Szyszkowitz). Die will allerdings nichts mehr von Nabou wissen. Um ihrer Angebeteten trotzdem nahe zu sein und vielleicht doch noch eine Chance bei ihr zu bekommen, lässt sich die chaotische Nabou von Karrierefrau Kim (Chantal de Freitas), die im selben Haus wohnt wie Katja, ausgerechnet als Putzhilfe engagieren.

Das geht nicht lange gut, und schon nach kurzer Zeit kracht es zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen gewaltig. Als Kims Freund, der gleichzeitig auch ihr Chef ist, Nabou aufgrund eines Missverständnisses für Kims Schwester hält, bittet Kim Nabou, um ihrer Karriere willen mitzuspielen. Als „Schwestern“ kommen Nabou und Kim sich nach und nach näher – und Katja ist plötzlich abgemeldet…

In Zeiten, in denen deutsche Fußballnationalspieler und -spielerinnen Boateng oder Okoyino Da Mbabi heißen, sich erfolgreiche Fernsehfrauen bei öffentlichen Auftritten selbstverständlich von ihrer Partnerin begleiten lassen und wir dank Internet und DVDs Bekanntschaft mit Frauen wie Shane McCutcheon in The L Word machen durften, mag das kaum mehr vorstellbar sein, aber noch Ende der 1990er war Alles wird gut ein durch und durch ungewöhnlicher Film, weil er mit einem Schlag gleich mit mehreren in der deutschen Gesellschaft fest verankerten Glaubenssätzen aufräumte: nicht alle Deutschen sind weiß, manche Frauen machen lieber Karriere als zu heiraten, und es gibt nicht nur Männer, sondern auch Frauen, die jede Nacht mit einer anderen Frau ins Bett gehen. Ganz zu schweigen davon, dass es hier um Frauen geht, die wie ganz selbstverständlich andere Frauen lieben.

Dabei lebt der Film nicht nur von den beiden Protagonistinnen, sondern wartet gleich mit einer ganzen Reihe interessanter Charaktere auf, von denen manche vielleicht etwas überzogen dargestellt sind, was aber bei einer Komödie durchaus zu verzeihen ist.

Da sind zum Beispiel Nabous spirituell angehauchte Mitbewohnerin Giuseppa (Isabella Parkinson), die Nabou mit Gläserrücken und Kartenlegen zu ihrem Liebesglück verhelfen will, und ihre Ex Katja, deren Markenzeichen blaugefärbte Haare und ein nicht unerheblicher Frauenverschleiß sind. An Kims Seite ist neben ihrem Freund Dieter (Uwe Rohde), der von seiner Mutter „Moppi“ genannt wird und auch sonst ein ziemliches Weichei ist, insbesondere ihr bester Freund Kofi (Pierre Sanoussi-Bliss), der Dieter nicht ausstehen kann und daher alles versucht, um die kopfgesteuerte Kim davon zu überzeugen, sich auf ihre Gefühle für Nabou einzulassen.

Nach zahlreichen Irrungen und Wirrungen finden sich zum Schluss des Films schließlich alle auf der Elbe wieder, zu einem skurrilen Showdown, der allein den Film schon sehenswert machen würde. Und für alle Fans des „Marienhof“-Pärchens Billi & Andrea hält der Film noch ein besonderes Schmankerl parat: einen Gastauftritt von „Billi“ Katja Keller.

In diesem Sinne: „Hakuna Matata“ – Alles wird gut.

Bildquelle: Amazon

Veröffentlicht: Mai 2010 / Aktualisiert: April 2017

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