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Frauenliebende Frauen in deutschen Serien im Oktober 2016: Mehr Frust als Lust

Visibility matters – Sichtbarkeit ist wichtig. Im deutschen Fernsehen lässt sie jedoch leider zu wünschen übrig. Ein Frustbeitrag über den Status der Repräsentation lesbischer, bisexueller, queerer Frauen in deutschsprachigen Serien.

Aktuell das wohl einzige Frauenpaar in einer deutschen Serie: Anni (Linda Marlen Runge, r.) und Rosa (Joana Schümer) in der RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Bild: RTL / Rolf Baumgartner)

Ausgerechnet eine RTL-Soap hält tapfer die Fahne lesbischer Sichtbarkeit im deutschen Fernsehen hoch: Anni (Linda Marlen Runge, r.) mit ihrer neuen Flamme Rosa (Joana Schümer) in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (Bild: RTL / Rolf Baumgartner)

In den vergangenen Jahren habe ich, jeweils im Oktober, eine Übersicht über frauenliebende Frauen in deutschsprachigen Serien veröffentlicht, also lesbische, bisexuelle, queere Frauenfiguren, die regelmäßig in der jeweiligen Serie zu sehen sind und nicht bloße Episodenrollen. Auch für dieses Jahr hatte ich mir das fest vorgenommen – und es in den letzten Wochen immer wieder aufgeschoben. Der Grund: Ich hatte keine Lust, mich mit dem Thema zu beschäftigen, weil es so unendlich frustrierend ist. Seit 2012, als ich zum ersten Mal eine entsprechende Übersicht veröffentlicht habe, hat sich kaum etwas bewegt und wenn, dann in die falsche Richtung. Weil ich aber auch nicht einfach nichts zu dem Thema schreiben wollte, habe ich mir im Folgenden stattdessen genau diesen Frust von der Seele geschrieben.

Was andere können, können deutsche Serien noch lange nicht – leider

Vor einigen Wochen veröffentlichte das Onlinemagazin Pride eine Übersicht aller lesbischen Figuren in amerikanischen bzw. englischsprachigen Serien, die im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt werden oder in den USA bei Video on Demand-Anbietern verfügbar sind. Die Übersicht umfasste ingesamt 44 Figuren. Wohlgemerkt waren das nur die als lesbisch identifizierten Figuren. Für andere nicht-heterosexuelle Figuren gab es eine eigene Übersicht. In den Erläuterungen zu der Übersicht wurde zudem ausgeführt, dass keine Figuren erfasst wurden, die in einer Animationsserie, einem Reality-Programm oder einer Soap Opera vorkommen.

Spätestens an diesem Punkt war mir ein bisschen zum Weinen zumute. Die letzte von mir erstellte Übersicht für deutschsprachige Serien, die im deutschen Fernsehen ausgstrahlt werden, aus dem Oktober 2015 bestand aus sechs Figuren. Ohne „Seifenopern“ – einschließlich der Lindenstraße und Telenovelas wie Rote Rosen – wären es sogar nur zwei gewesen, nämlich Dr. Heike Steinbeck aus der ZDF-Krimiserie Die Chefin und Liz Ritschard aus dem Schweizer Tatort. Da Heike inzwischen aus der Serie ausgeschieden ist, bleibt aktuell nur Liz*. Selbst wenn man bedenkt, dass im US-Fernsehen deutlich mehr englischsprachige Serien laufen als deutschsprachige im deutschen Fernsehen, ist ein Verhältnis 1 : 44 trotzdem irgendwie bitter.

Wenn es Geschichten gibt, sind sie meistens nicht gut erzählt

Es kommt hinzu, dass die meisten Geschichten in deutschen Serien, die mit lesbischen oder bisexuellen Frauenfiguren erzählt werden, überwiegend nicht dazu geeignet sind, Begeisterungsstürme auszulösen. Die Liebesgeschichte zwischen Isabelle und Eliane in der ARD-Telenovela Rote Rosen beispielsweise hatte zwar einige wirklich schöne, da gut geschriebene und gut gespielte Momente. Davon hätte zumindest ich gern mehr gesehen. Die Storyline und die Figur Isabelle Münzberg wirkten jedoch insgesamt eher schlampig entwickelt. Die Geschichte kam zu Beginn kaum in Gang, Isabelles Reaktionen waren nicht immer stimmig. Dann hatten sich Isabelle und Eliane endlich gefunden und durften einige Folgen lang glücklich sein, bis Isabelle dann sehr abrupt feststellte, dass sie doch lieber woanders als in Lüneburg ihre frisch entdeckte Homosexualität ausleben wollte. Eliane blieb mit gebrochenem Herzen zurück. Die Figur ist immer noch Teil der Serie, hat aber – für die Serie nicht wirklich überraschend, aber deshalb nicht weniger frustrierend – seit Isabelles Weggang bisher kein romantisches Interesse mehr an einer anderen Frau gezeigt.

So enttäuschend die Entwicklung bei Rote Rosen auch war, die Geschichte war insgesamt immer noch besser als das, was sich die Autor*innen von Die Chefin für Heike Steinbeck ausgedacht hatten, bisher eine meiner erklärten Liebelingslesben in einer deutschen Serie. Mehr als einmal hatte ich da den Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass ich sie gern mal mit einer Freundin sehen würde. Zu Beginn der 6. Staffel, die im Frühjahr ausgestrahlt wurde, war es dann tatsächlich soweit: Heike durfte eine Frau küssen. Leider hatte das jedoch seinen Preis. Im weiteren Verlauf der Folge wurde Heike erst vergewaltigt, dann von ihrer Freundin verlassen und zum Schluss von ihrem Vergewaltiger entführt und zusammengeschlagen. Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, gab es in der Folge auch noch eine tote Lesbe, eine Bekannte von Heike, die ihr helfen wollte und von dem Vergewaltiger getötet wurde. Das „Dead Lesbian Syndrome“ lässt grüßen. Leider war diese schlimme Folge der letzte Auftritt der Figur Heike Steinbeck in der Serie.

Immerhin konnte man damals, im Frühjahr dieses Jahres, noch darauf hoffen, dass das ZDF selbst den Verlust dieser frauenliebenden Frauenfigur dadurch kompensieren würde, dass eine andere Figur, ebenfalls in einem ZDF-Krimi, ihre Liebe zu Frauen entdeckt. In der Vorabendserie SOKO Stuttgart hatte die Kommissarin Martina Seiffert sich mit der lesbischen Journalistin Paula Voss angefreundet und es deutete sich an, dass sich zwischen diesen beiden mehr entwickeln könnte. Tatsächlich kam es in der ersten neuen Folge der Serie, die Anfang Oktober ausgestrahlt wurde, zwischen den beiden zu einem Kuss, der zwar von Paula initiiert wurde, Martina aber nicht kalt gelassen hat. In der darauffolgenden Episode gab es eine Umarmung und eine Verabredung, zusammen feiern zu gehen, allerdings in Begleitung anderer Leute. Seitdem: Nichts. Nada. Niente. Selbst wenn sich zwischen Martina und Paula in der Zwischenzeit eine Liebesbeziehung entwickelt haben sollte, haben die Zuschauer*innen davon bisher nichts zu sehen bekommen und es wird dazu auch nur noch wenig Gelegenheit geben. In der kommenden Folge geht die Figur Paula nämlich auf eine „große Reportage-Reise“ und wird in der Serie erst einmal nicht mehr dabei sein. Auch diese Geschichte muss daher vorläufig in den Rubriken „enttäuschend“ und „vertane Chance“ abgelegt werden.

Lichtblick mit Wermutstropfen

Die einzige deutsche Serie, die mir in diesem Jahr bisher in Bezug auf frauenliebende Frauenfiguren mehr Freude als Frust bereitet hat, ist – wieder einmal – Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ). Zwar finde ich es immer noch bedauerlich, dass man mit der Figur Jasmin lieber eine heterosexuelle Inzestgeschichte erzählt hat, als ihre Beziehung mit Anni zu retten, aber immerhin gab es zwischen den beiden Ex-Freundinnen einige ganz schöne Momente, in denen deutlich wurde, wie viel die beiden einander bedeuten, auch wenn sie kein Paar mehr sind. Das dürfte ein wenig Balsam für die geplagte Fanseele gewesen sein. Worüber ich mich zudem sehr gefreut habe war, dass ich dank GZSZ die Schauspielerin Meike Schlüter mal wieder auf meinem Fernsehschirm sehen durfte, den meisten wohl vor allem bekannt durch die Kerstin & Sascha-Geschichte aus Hinter Gittern. Sie hatte im Frühjahr eine Gastrolle als Kommissarin. In die entsprechende Kriminalgeschichte war auch Anni verwickelt, aber auch da ist es GZSZ gelungen, typische Lesben-Klischees gekonnt zu umschiffen. Dass von vier Frauen ausgerechnet die Lesbe die einzige war, die nicht zu irgendeiner Zeit wegen Mordverdachts im Gefängnis gelandet ist, obwohl das Opfer der neue Lover ihrer Ex war, fand ich schon irgendwie bemerkenswert.

Und nun gibt es sogar ein neues Frauenpaar, denn Anni hat mit Rosa angebandelt, einer Geschäftsfrau aus Hamburg, die eigentlich so gar nicht zu ihr passt, was die Geschichte aber interessant macht. Natürlich gab es zwischen den beiden zu Beginn die obligatorischen  – und daher für mich eher nervigen – Streitigkeiten, bei denen vor allem Annis Verhalten aus meiner Sicht nicht immer zu der Figur passte, sondern ein wenig „out of character“ war und die Figur unnötig unsympathisch gemacht hat.

Was mir an der Geschichte jedoch gut gefällt ist, dass es keine herkömmliche Coming-out-Geschichte ist. Beide Frauen, sowohl Anni als auch Rosa, wussten, bevor sie etwas miteinander angefangen haben, dass sie Frauen lieben. Das Hindernis für sie zusammenzukommen bestand daher nicht darin, dass sich eine Figur, die sich zuvor als heterosexuell identifiziert hatte, erst damit auseinandersetzen musste, plötzlich einen Menschen desselben Geschlechts zu lieben, sondern dass Anni sich überwinden musste, ihren Gefühlen für eine Frau nachzugeben, die so überhaupt nicht in ihr „Beuteschema“ passt. Die Geschichte wird damit bisher aus einer ausschließlich lesbischen Perspektive erzählt, was immer noch selten der Fall ist. Ungewöhnlich ist zudem, dass es bei den beiden Frauen, jedenfalls bisher, nicht um die große Liebe geht, sondern um Leidenschaft und Begehren. Dass homosexuelles Begehren für so manche Zuschauer*innen noch immer irritierend ist, zeigen einige Kommentare in sozialen Netzwerken als Reaktion auf die erste Sexszene der beiden. Umso wichtiger ist es, dass es in einer beliebten, zuschauerstarken Serie wie GZSZ zu sehen ist.

Auch bei GZSZ geht es jedoch nicht ganz ohne Frust. Vor einigen Wochen war auf dem RTL-Twitteraccount zu lesen, dass Joana Schümer alias Rosa ihren letzten Drehtag hatte und die Serie somit schon in Kürze wieder verlassen wird. Damit steht das derzeit einzige (!?) Frauenpaar in einer deutschen Serie auch schon wieder vor dem Aus. Sehr, sehr schade.

Und nun?

Was folgt nun also aus all dem Frust, den ich mir hier gerade von der Seele geschrieben habe? Ich habe keine Ahnung, und das ist mindestens ebenso frustrierend.

Ich würde gern aufhören, mir Gedanken über die Darstellung und Sichtbarkeit von LGBTQI* und insbesondere lesbischen, bisexuellen, queeren Frauen im deutschen Fernsehen und vor allem deutschen Fernsehserien zu machen. Nur leider bin ich davon überzeugt, dass genau diese Sichtbarkeit wichtig ist, um in der Gesellschaft auf Dauer mehr Akzeptanz zu bewirken. Visibility matters. Ich möchte auch nicht eine von den Serienfans werden, die jede deutsche Serie per se verdammen. Mord mit Aussicht, Der Tatortreiniger, Club der roten Bänder sind nur einige Beispiele für Serien, die in Deutschland produziert wurden und die ich sehenswert fand, selbst wenn auch hier der Aspekt „Vielfalt“ an der ein oder anderen Stelle zu wünschen übrig ließ bzw. lässt.

Also werde ich wohl weiter hoffen müssen, wenn auch vielleicht mit ein bisschen weniger Optimismus, dass sich mehr deutsche Serienmacher und Verantwortliche in den jeweiligen Sendern von ihren heteronormativ geprägten, klischeelastigen Erzählstrukturen verabschieden und sich für vielfältigere Geschichten und Figuren öffnen. Zu Anfang wäre ich ja schon mit einer weiteren Frauenfigur zufrieden, meinetwegen auch in einer öffentlich-rechtlichen Vorabendserie, die Frauen liebt, ohne dass dies großartig erklärt oder betont werden müsste, und die nach Möglichkeit nicht bei erster Gelegenheit von ihrer Partnerin mit einem Mann betrogen, vergwaltigt oder umgebracht wird. Figuren also, wie man sie in immer mehr internationalen Serien wie beispielsweise Grey’s Anatomy (Arizona Robbins), Call the Midwife (Patsy Mount & Delia Busby), The Fosters (Stef & Lena Adams Foster) oder seit Neuestem auch Wynonna Earp (Officer Nicole Haught) findet, aber eben immer noch viel zu selten im deutschen Fernsehen.

*In der ursprünglichen Version dieses Beitrags hatte ich geschrieben, dass die Sexualität von Liz unklar ist. Tatsächlich hat der SRF inzwischen bestätigt, dass Liz lesbisch ist.

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Lesben in Serie: GZSZ, SOKO Stuttgart, Carmilla & mehr

Bei „GZSZ“ scheint Anni ihre Meisterin gefunden zu haben, was amouröse Abenteuer angeht, die Leiterin der „SOKO Stuttgart“ bandelt mit einer Frau an und die kanadische Webserie „Carmilla“ dürfte Popkultur-Nerds und Romantikerinnen gleichermaßen begeistern. Außerdem: Infos und Links zu „Grey’s Anatomy“, lesbischen Serienfiguren im US-Fernsehen und den Emmys 2016

Rosa (Joana Schümer) überrascht Anni mit einem spontanen Kuss

GZSZ: Rosa (Joana Schümer, r.) überrascht Anni (Linda Marlen Runge) mit einem spontanen Kuss

GZSZ

Seit der Trennung des Traumpaares Anni & Jasmin im vergangenen Jahr schienen die Autor*innen von GZSZ sich erst einmal Zeit damit lassen zu wollen, für Anni eine neue Liebesgeschichte zu schreiben. Mit Frauen sah man sie in dieser Zeit eher selten, zumindest nicht auf romantische bzw. erotische Weise. Stattdessen heiratete sie einen Mann – wenn auch nur zum Schein – und landete bei dem Versuch, Jasmin vor einer fatalen Beziehung mit ihrem eigenen Vater zu bewahren, fast im Gefängnis.

Vor einigen Wochen wurde jedoch die Figur Rosa in die Serie eingeführt, eine wohlhabende Geschäftsfrau aus Hamburg, und es sieht so aus, als würde sie Anni den Kopf verdrehen. Zwar waren Annis und Rosas erste Begegnungen durch Streit und gegenseitige Abneigung geprägt, doch nach und nach wurde deutlich, dass da was ist zwischen ihnen. Anni wollte dies zunächst nicht wahrhaben, weil Rosa älter ist und auch sonst ganz anders als sie. Ein spontaner Kuss von Rosa beeindruckte Anni aber so sehr, dass sie sich darauf einließ, Rosa auf ihrem Hotelzimmer zu treffen. Als Rosa sie jedoch versetzte, war Anni tief gekränkt und gab Rosa zu verstehen, nichts mehr mit ihr zu tun haben zu wollen.

In der kommenden Woche geht es nun weiter mit den beiden und es wird deutlich, dass die Geschichte zwischen ihnen noch lange nicht vorbei ist. In der Vorschau zur Folge vom kommenden Donnerstag (6.10.) heißt es dazu:

„Anni signalisiert Rosa weiterhin stolz, dass die ihre Chance hatte und sie nicht auf Sex mit ihr angewiesen ist. Aber irgendwie ist Anni, seit Rosa sie versetzt hat, aus dem Tritt geraten. Ihre Flirts kommen nicht mehr an, sie reagiert dünnhäutig, sobald Rosa in ihrer Nähe auftaucht. Anni will trotzdem nicht einknicken, aber in Rosa hat sie ihre Meisterin gefunden…“

Mehr Infos zur Geschichte zwischen Anni und Rosa, u.a. ein Video, in dem die beiden Darstellerinnen Linda Marlen Runge (Anni) und Joana Schümer (Rosa) über ihre Figuren und die Geschichte sprechen, gibt es auf der GZSZ-Webseite, einen englischen Blogbeitrag über Anni & Rosa gibt es hier: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“: A new love interest for Anni?

SOKO Stuttgart

Ebenfalls in der kommenden Woche starten neue Folgen der ZDF-Vorabendkrimiserie SOKO Stuttgart. Bereits in der vorherigen Staffel hatte sich angedeutet, dass eine der Hauptfiguren, die Leiterin der SOKO, romantisches Interesse an einer anderen Frau entwickeln könnte. Martina Seiffert hatte die Journalistin Paula Voss bei den Ermittlungen zu einem Fall kennengelernt und sich mit ihr angefreundet. In einer späteren Folge hatte Paula sich bei Martina als lesbisch geoutet. Parallel dazu hatte sich Martinas Ehekrise verschärft und sie war aus dem Haus, das sie gemeinsam mit Ehemann und Tochter bewohnte, ausgezogen.

In der Folge, die am kommenden Donnerstag (6.10.) ausgestrahlt wird, gerät Paula unter Mordverdacht, weil sie eine Beziehung mit dem Opfer hatte. Im Laufe der Ermittlungen wird deutlich, dass Paula mehr für Martina ist als nur eine Freundin und die beiden Frauen kommen sich näher.

Martina (Astrid M. F¸nderich, r.) und Paula Voss (Anne Werner, l.) sind einander plötzlich sehr nahe (Bild: ZDF / MARKUS-FENCHEL studiofenchel@)

Martina (Astrid M. Fünderich, r.) und Paula Voss (Anne Werner) sind einander plötzlich sehr nahe (Bild: ZDF / MARKUS-FENCHEL studiofenchel@)

Heißt das, dass es bei SOKO Stuttgart jetzt dauerhaft ein Frauenpaar geben wird? Das wäre ein Novum für eine ZDF-Krimiserie!

Danach sieht es jedoch leider erst einmal nicht aus. Nach Auskunft des ZDF handelt es sich bei der Romanze zwischen Martina und Paula um eine vorübergehende Liebesgeschichte. Die Figur Paula werde die Serie verlassen, könnte jedoch wieder auftauchen. Ein bisschen Hoffnung bleibt also und wahrscheinlich wird es von den Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer abhängen, ob und wie die Geschichte weitererzählt wird und welche Auswirkungen sie auf die Figur Martina hat.

Carmilla

Falls ihr am morgigen Feiertag noch nicht wisst, was ihr mit eurer Zeit anfangen sollt, und Lust auf eine kleine, aber feine und vor allem äußerst unterhaltsame Webserie habt, in der es auch um ein lesbisches Liebespaar geht, dann schaut doch mal in die kanadische Webserie Carmilla rein. Aktuell werden gerade die Folgen der dritten Staffel veröffentlicht, aber die bisherigen Staffeln sind noch online und bieten sich geradezu zum „Bingen“ an.

Carmilla spielt an einer fiktiven Universität in der österreichischen Steiermark, an der es allerdings interessanterweise so zugeht wie an einem amerikanischen College. (Die Serie basiert auf einer irischen Novelle aus dem 19. Jahrhundert, die Geschichte wurde zwar in die Neuzeit verlagert, der Handlungsort wurde jedoch beibehalten.) Erzählt wird in Form eines Videotagebuchs, dass die Journalismusstudentin Laura Hollis (Elise Bauman) führt, um ihr erstes Semester an der Silas Universität zu dokumentieren. Als ihre Mitbewohnerin Betty über Nacht verschwindet, setzt Laura alles daran herauszufinden, was geschehen ist, doch von Betty fehlt jede Spur. Stattdessen bekommt Laura nach kurzer Zeit eine neue Mitbewohnerin zugewiesen: Die mysteriöse Carmilla Karnstein (Natasha Negonvanlis). Unterstützt von ihren Kommiliton*innen LaFontaine, Perry und Danny ermittelt Laura weiter und findet bald heraus, dass an der Silas Universität nicht alles mit rechten Dingen zugeht – und dass Carmilla alles andere als eine „normale“ Studentin ist.

Carmilla ist zwar vor allem unterhaltsam und die ganzen Anspielungen auf Serien, Filme und Bücher wie Harry Potter, Veronika Mars, Doctor Who, Ghostbusters etc. dürften besonders Popkultur-Nerds das Herz höher schlagen lassen. Es gibt jedoch auch immer wieder nachdenkliche Untertöne. Es geht um Liebe und Freundschaft, darum, was man tut, um sie zu erhalten und woran sie zerbrechen können. Aber keine Sorge: Die Romantikerinnen unter euch werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen. 😉

Staffel 1 und 2 von Carmilla bestehen aus jeweils 36 Folgen, die jedoch jeweils nur einige Minuten lang sind. Daneben wurde noch eine weitere, mit 12 Folgen deutlich kürzere Staffel 0 produziert, die vor der Handlung von Staffel 1 spielt. Aktuell werden sukzessive die Folgen der 3. und leider letzten Staffel veröffentlicht.

Und dann wäre da noch…

  • Seit vergangener Woche laufen in den USA neue Folgen von Grey’s Anatomy mit einer der dienstältesten lesbischen Serienfiguren in einer amerikanischen Serie. Doktor Arizona Robbins ist seit Staffel 5 dabei und hat bereits einiges mitgemacht, u.a. einen schweren Autounfall und einen Flugzeugabsturz überlebt, bei dem sie jedoch ein Bein verloren hat. Sie und Callie Torres haben sich mehrfach getrennt, geheiratet, ein Kind bekommen und sich scheiden lassen, nachdem Arizona Callie betrogen hat. Seit der Scheidung hatte Arizona zwar Affären, jedoch keine feste Beziehung. In der gerade gestarteten 13. Staffel soll sie laut Showrunner Shonda Rhimes jedoch eine neue Liebe finden. Wir dürfen gespannt sein. Die Ausstrahlung der 12. Staffel bei ProSieben wird übrigens ab dem 12.10. fortgesetzt.
  • Das Onlinemagazin Pride hat eine Liste mit allen lesbischen Figuren in amerikanischen Fernsehserien bzw. Serien, die im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt werden, veröffentlicht: 44 (All) of the Lesbian Characters on TV As of this Fall Season | Pride.com
  • Bei den Emmys 2016 gab es einige Preise für Serien mit lesbischen, bisexuellen, queeren Frauenfiguren: Frauenliebende Frauen bei den Emmys 2016: Und Hollywood bewegt sich doch | Rosalie & Co.

Habt ihr Ergänzungen, Gedanken, Meinungen? Dann immer rein damit ins Kommentarfeld.

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Abschied von „AfterEllen“: Das Ende einer Ära

Was das Aus des Onlineportals „AfterEllen“ für die lesbische Community, aber auch für mich selbst als Leserin und als Bloggerin bedeutet.

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(Bild: AfterEllen.com)

Der vergangene Dienstag war ein rabenschwarzer Tag für Fans lesbischer Popkultur. Trish Bendix, Chefredakteurin von AfterEllen, dem führenden Onlineportal für News und Berichte über lesbische, bisexuelle, queere Frauen im Entertainmentbereich und den Medien, verkündete in einem Beitrag auf ihrem privaten Tumblr-Blog, dass die Seite nach 14 Jahren zum Ende der Woche ihre Tore schließen würde. Zwar blieben alte Inhalte abrufbar, es werde jedoch keine feste Redaktion und damit keine regelmäßigen Artikel mehr geben. Der Grund für die Schließung sei, wie so oft, das Geld. Den aktuellen Eigentümern sei die Seite nicht profitabel genug und sie wollten nicht weiterhin in sie investieren.

Die Bedeutung von AfterEllen

Auch ich war von dieser Nachricht bestürzt. Ich habe AfterEllen fast von Anfang an gelesen. Wie so viele Leserinnen der ersten Stunde habe ich jeden Freitag ungeduldig auf die Veröffentlichung der „Best. Lesbian. Week. Ever.“ gewartet, der Kolumne, in der die Gründerin der Seite, Sarah Warn, Neuigkeiten über lesbische und bisexuelle Frauen im Entertainmentbereich und den Medien zusammengefasst hatte. Es waren Sarah Warns kluge, kritische Analysen der Darstellung lesbischer Figuren und der Liebe zwischen Frauen in Serien und Filmen, die mein Interesse an dem Thema geweckt und mich letztlich dazu gebracht haben, selbst auf einem Blog darüber zu schreiben. Rosalie & Co. wurde durch AfterEllen inspiriert. Und dank einiger Verlinkungen bei AfterEllen wurden meine Texte auch gefunden, von deutschen wie auch internationalen Leserinnen. Ich verdanke AfterEllen viel. Und auch wenn ich mich in den letzten Jahren aus diversen Gründen häufiger über die Seite geärgert habe und sie für mich an Bedeutung verloren hat, hätte ich nie gedacht, dass es sie irgendwann in dieser Form nicht mehr geben würde. Das ist ein herber Verlust nicht nur für hunderttausende Leserinnen weltweit, sondern auch für die Vielfalt in der Medienlandschaft allgemein. AfterEllen hat dazu beigetragen, lesbische, bisexuelle, queere Frauen in den Medien sichtbarer zu machen, und wenn es heute 44 lesbische Figuren in aktuellen Serien im US-Fernsehen gibt, dann ist das auch mit ein Verdienst von AfterEllen, in deren Berichterstattung die Wichtigkeit einer solchen Sichtbarkeit immer wieder unterstrichen und beharrlich betont wurde.

Dass eine beliebte Seite wie AfterEllen mit einer solchen Reichweite nicht ausreichend profitabel war, und zwar auch, wie in einigen Beiträgen zum Thema zu lesen war, weil lesbische und bisexuelle Frauen als Zielgruppe für potenzielle Werbekunden nicht attraktiv genug sind, wirft zudem die Frage auf, wie solche Inhalte überhaupt in Zukunft finanziert werden können. Auch ich habe in den vergangenen Tagen viel darüber nachgedacht, was das Aus von AfterEllen für Rosalie & Co. bedeutet.

Unterstützung aus der Community

Das Team von Autostraddle hat darauf eine Antwort gefunden, die zukunftsweisend sein könnte. Sie setzen auf die Community, die Nutzerinnen. Neben Werbung und sogenannten Affiliate Links – also Links zu Produkten, die auf der Seite besprochen werden, beispielsweise DVDs bei Amazon – gibt es bezahlte Inhalte, Merchandising und regelmäßige Treffen für die Community. Es wird sich zeigen, wie erfolgreich dieses Modell auf Dauer ist. In den vergangenen Tagen ist die Anzahl der Abonnentinnen allerdings bereits deutlich gestiegen. Der Schock über das Aus von AfterEllen dürfte vielen Nutzerinnen vor Augen geführt haben, wie wichtig es ist, Angebote für lesbische, bisexuelle, queere Frauen auch finanziell zu unterstützen, wenn man sie auf Dauer erhalten möchte.

Meine Antwort sieht etwas anders aus. Ich habe mich schon vor einiger Zeit von der Vorstellung verabschiedet, mit Rosalie & Co. Geld zu verdienen. Es war immer klar, dass das mit Werbung schwierig werden würde. Wenn, dann sollte es Werbung sein, die zur Zielgruppe passt, und zwar spezifisch für frauenliebende Frauen und nicht allgemein die LGBTI*-Community. Ich wollte die Seite auch nicht mit Bannern und Pop-up-Fernstern zupflastern, was zum Beispiel etwas war, das mich in den letzten Jahren bei AfterEllen massiv gestört hat. Zudem hat eine deutschsprachige Seite, die sich an ein Nischenpublikum wendet, ohnehin kaum eine Chance, eine Reichweite zu erlangen, die sich finanziell auszahlen könnte.

Dass ich dennoch weiterblogge, hat viel damit zu tun, warum ich ursprünglich mal mit dem Bloggen angefangen habe: Weil es mir Spaß macht und weil ich die Themen, über die ich schreibe, wichtig finde. Gerade der Aufschrei über das Aus von AfterEllen hat mir gezeigt, dass es immer noch einen Bedarf gibt für Blogs wie Rosalie & Co. Und es ist zum Glück auch nicht so, dass es mir gar nichts gebracht hätte, ganz im Gegenteil. Ich habe in den letzten Jahren mit Rosalie & Co. auf anderen Ebenen viel erreicht, für das ich dankbar bin. Ich habe interessante Kontakte knüpfen können, durfte tolle Menschen kennenlernen, spannende Situationen erleben und es haben sich sogar einige Träume erfüllt. Trotzdem würde natürlich auch ich mich über weitere Unterstützung aus der Community freuen. Die kann finanzieller Natur sein, z.B. in Form einer Spende über PayPal. Aber auch ein „Like“ bei Facebook, ein Retweet bei Twitter oder ein Kommentar auf dem Blog selbst sind als Form der Anerkennung und Wertschätzung immer gern genommen.

Ein spürbarer Verlust

Wie groß die Lücke ist, die das Aus von AfterEllen in die Berichterstattung über frauenliebende Frauen in der Popkultur reißt, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Anders als 2002, als Sarah Warn die Seite ins Leben rief, wird inzwischen auch in Mainstreammedien häufiger über lesbische, bisexuelle, queere Frauen im Entertainmentbereich berichtet. Hierzu hat sicherlich auch das Coming-out prominenter Frauen wie Jodie Foster und Ellen Page beigetragen. Zudem gibt es Seiten wie eben Autostraddle, die über ähnliche Themen berichten wie AfterEllen.

Dennoch wird der Verlust von AfterEllen spürbar sein. Es ist das Ende einer Ära.

Links:

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Frauenliebende Frauen bei den Emmys 2016: Und Hollywood bewegt sich doch

Frauen, die Frauen lieben, sei es als Figur oder im realen Leben – bei den Emmys 2016 waren lesbische, bisexuelle, queere Frauen und Frauenfiguren bemerkenswert präsent. Das macht Hoffnung für die Zukunft – gerade auch, wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft.

Als ich Ende der 1990er Jahre mein Coming-out hatte, gab es im Fernsehen kaum Frauen zu sehen, die Frauen liebten – nicht als Figuren, schon gar nicht als Schauspielerinnen. Eine der wenigen war Ellen DeGeneres, deren Serienfigur Ellen Morgan 1997 die erste homosexuelle Hauptfigur in einer amerikanischen Mainstreamserie wurde. Für ihren Mut, nicht nur ihre Figur, sondern auch sich selbst zu outen, wurde sie zwar von LGBTI*-Gruppen gefeiert und gewann sogar einen Emmy. Den erhielt sie jedoch nicht als Darstellerin, sondern für ihre Mitarbeit am Drehbuch der Coming-out-Episode. Und auch ansonsten war man in Hollywood damals anscheinend noch nicht bereit, offen gelebte Homosexualität vor oder hinter der Kamera zu akzeptieren. Die Serie Ellen wurde nur ein Jahr später abgesetzt, Ellen DeGeneres selbst hatte danach einige Zeit lang Schwierigkeiten, in Hollywood Arbeit zu finden.

Daran musste ich heute morgen denken, als ich las, wer vergangene Nacht mit einem Emmy ausgezeichnet wurde: Jede Menge Frauen, die Frauen lieben, sei es im realen Leben oder als Figur.

So gewann Kate McKinnon, die nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass sie lesbisch ist, den Preis als beste Nebendarstellerin in einer Comedyserie für ihre brillianten Auftritte in Saturday Night Live, u.a. als Ellen DeGeneres (s. Video unten). Sarah Paulson, die vor einigen Monaten ihre Beziehung zu Schauspielerin Holland Taylor öffentlich gemacht hat, erhielt den Preis als beste Hauptdarstellerin für den Fernsehfilm The People v O.J. Simpson: American Crime Story. Ebenfalls freuen durfte sich Clea DuVall. Die Schauspielerin, die insbesondere aus dem Kult-Klassiker But I’m a Cheerleader bekannt ist und deren Homosexualität in Hollywood lange ein offenes Geheimnis war, hat sich im Rahmen der Pressearbeit zu ihrem neuen Film The Intervention vor einigen Wochen ebenfalls geoutet. Sie wurde als Teil des Ensembles der Serie Veep ausgezeichnet, die den Preis als beste Comedyserie gewann und in der Clea DuVall eine lesbische Secret Service-Agentin spielt.

Womit wir bei den lesbischen, bisexuellen, queeren Frauenfiguren wären. Tatiana Maslany gewann den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie u.a. für ihre Darstellung der lesbischen Wissenschaftlerin Cosima Niehaus in Orphan Black. Auch in Game of Thrones, die erneut als beste Dramaserie ausgezeichnet wurde, gibt es seit Kurzem eine lesbische Figur. Transparent ging in der Kategorie „Beste Comedyserie“ zwar leer aus, Produzentin Jill Soloway gewann jedoch einen Drehbuch-Emmy. In der Serie geht es um die transsexuelle Maura Pfefferman und ihre Familie. Beide Töchter von Maura haben im Verlauf der Serie Beziehungen mit Frauen, wie übrigens auch Jill Soloway selbst, die seit einiger Zeit mit der Autorin Eileen Myles zusammen ist.

Wenn mir jemand all dies vor knapp 20 Jahren erzählt hätte – wie viele frauenliebende Frauenfiguren es in US-Serien gibt; dass heterosexuelle Schauspielerinnen stolz darauf sind, mit ihrer Rolle zur Sichtbarkeit der LGBTI*-Community beizutragen (Tatiana Maslany); dass Schauspielerinnen in Hollywood trotz Coming-out noch eine Karriere haben und sogar Preise gewinnen können, wenn sie heterosexuelle Rollen spielen (Sarah Paulson in The People v OJ Simpson) – hätte ich es wohl kaum geglaubt. Und natürlich heißt das nicht, dass jetzt alles gut ist. Es gibt noch viel Grund und Anlass zu Kritik an der Darstellung und Sichtbarkeit lesbischer, bisexueller, queerer Frauenfiguren in US-Serien, gerade im Hinblick auf das „Dead Lesbian Syndrome“, das gerade 2016 überproportional häufig aufgetreten ist. Aber allein dass dies inzwischen in Mainstreammedien thematisiert und von den Serienschaffenden selbst problematisiert wird, ist ein Quantensprung im Vergleich zur Situation Ende der 1990er Jahre.

Gerade in der aktuellen politischen Situation, in der längst selbstverständlich geglaubte Rechte plötzlich wieder in Frage gestellt zu werden scheinen, finde ich es manchmal sehr hilfreich, mir vor Augen zu führen, wie viel in wie kurzer Zeit erreicht wurde. Diese Serien mit diesen Figuren und diesen Schauspielerinnen gibt es und wird es immer geben und dank des Internet werden sich viele Menschen in ihnen wiederfinden und mit ihnen identifizieren können – so wie ich vor knapp 20 Jahren mit Ellen.

Jetzt dürften sich nur die deutschen Serienschaffenden hieran gern noch ein Beispiel nehmen.

Kate McKinnon als Ellen DeGeneres mit der „echten“ Ellen DeGeneres

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„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“: A new love interest for Anni?

Fans of the former couple Anni & Jasmin on the German soap opera „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ who are still hoping for them to get back together should brace themselves for some possibly bad news: It looks like Anni will get involved with another woman.

Joana Schümer als Rosa Lehmann (Bild: RTL/Per Czapala)

Joana Schümer as Rosa Lehmann (Bild: RTL/Per Czapala)

A few weeks ago, it was announced on the official GZSZ website that a new character would be added to the show. Rosa Lehmann, played by actress Joana Schümer, is described as a successful and smart business woman from Hamburg who is set to become a competitor for Jo Gerner, the show’s resident bad guy. While in Berlin, Rosa also hopes to mend the relationship with her estranged son Chris, who is working as a DJ at club Mauerwerk.

Rosa has remained single ever since her husband died and she had to take over the family business, but it looks like she won’t be able to suppress her emotional needs much longer, especially when she senses that she’s not just interested in men anymore. Enter Anni. According to the GZSZ website, there’s an erotic tension between the two women from their very first encounter.

Joana Schümer as Rosa made her first appearance last week, when she agreed to invest in a real estate projected developed by Jo and his ex-wife Katrin. While negotiating the terms of the deal, Rosa and Katrin sort of bonded over the fact that they are both smart women who manage to prevail in a business world still dominated by men.

Though Rosa has yet to meet Anni and, judging from the previews, it might take until September before their storyline actually starts, from the little that we’ve seen and know of Rosa so far, it could actually be something to look forward to as she and Anni could be quite an interesting pairing for several reasons. First of all, they are very different, and I don’t just mean the age difference. Rosa is a wealthy banker with two adult sons who plays golf in her spare time. Anni has two jobs, shares a flat with a couple of roommates and spends most of her spare time hanging out with her friends when she’s not out partying and picking up one night stands. Can you imagine her on a golf course? Also, Anni is acquainted with Chris, Rosa’s son. Even though there was a time when Anni was mad at Chris for revealing her sham marriage with Amar, they seem to get along at the moment. How will he react when his mother, who he is on bad terms with, hooks up with someone from his circle of friends? Furthermore, there is bound to be an interesting role reversal when it comes to their sexuality. Usually, it’s the older partner who is more experienced, but in this case, it’s most likely Anni, since Rosa apparently hasn’t had relationships with women before.

So, does this mean that Anni & Jasmin are now really over? I know that some fans hope that Rosa is just a plot device to eventually bring Anni & Jasmin back together. But to be honest, even though I don’t think that Anni will love Rosa as much as she loved Jasmin, if she falls in love with Rosa at all, it really doesn’t look like a „JasAnni“ reunion is very likely, at least not in the foreseeable future. Therefore, I’m actually thrilled of the possibilty of Anni having a visible love life again, especially given the poor state of lesbian visibility on German TV shows in general at the moment.

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Film- & Serientipps Spezial: Alles außer Fußball

Ein Hinweis in eigener Sache, insbesondere für die Fußballmuffel unter euch: Während der EM poste ich auf Facebook und Tumblr regelmäßig Film- und Serientipps, sozusagen als Alternative zu „König Fußball“. Natürlich sind da auch so einige Filme und Serien mit lesbischen und bisexuellen Frauenfiguren und Liebesgeschichten zwischen Frauen dabei. Auf diese Tipps werde ich jeweils hier verlinken, mit einer kurzen Erläuterung, warum der Film bzw. die Serie für Rosalie & Co. relevant ist.

Screenshot_Filmtipps

Filmtipps:

  • Carol
    Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen in den USA Anfang der 1950er Jahre, mit Cate Blanchett und Rooney Mara in den Hauptrollen; sehr wahrscheinlich der neue ultimative Lesben-Kultfilm.
  • Frozen (Die Eiskönigin – Völlig unverfroren)
    Ausdrücklich lesbisch oder bisexuell ist zwar keine der Figuren, aber die Geschichte, die Königin Elsa, eine der Hauptfiguren, in dem Film durchläuft, weist viele Parallelen zu einem Coming-out auf. Unter dem Hashtag #GiveElsaAGirlfriend wird in den sozialen Netzwerken deshalb auch gefordert, dass Elsa in der Fortsetzung eine Freundin haben soll.
  • Grandma
    Lily Tomlin spielt die lesbische Elle, die ihrer Enkeltochter in einer Notsituation zur Seite steht.
  • Schöne Frauen
    Unter den fünf Schauspielerinnen, um die es in dem Film geht, ist auch die lesbische Geno, die es nicht schafft, sich von ihrer Freundin zu trennen. Außerdem entwickeln sich zwischen zwei anderen Frauen mehr als freundschaftliche Gefühle.
  • BFFs
    Eigentlich wollten die Freundinnen Kat und Sam nur so tun, als seien sie ein Paar. Doch aus Spaß wird ernst und bald steht die Frage im Raum, ob sie nicht doch mehr füreinander sind als „nur“ Freundinnen.
  • Pride
    Zwar spielen in dem Film überwiegend schwule Männer eine Rolle, aber die Gruppe, um die es geht, heißt nicht umsonst „Lesbians and Gays Support the Miners“, denn es sind tatsächlich auch einige Lesben dabei und es gibt einige ganz charmante Szenen mit ihnen.
  • Club der Teufelinnen (The First Wives Club)
    Um ihrer lesbischen Tochter Chris zu signalisieren, dass sie sie unterstützt, schleppt Annie, eine der Hauptfiguren, ihre beiden Freundinnen Elise und Brenda in eine Lesben-Bar. Komikerin Lea DeLaria, inzwischen bekannt aus Orange Is the New Black, hat hier einen kurzen Gastauftritt. In dem Buch, auf dem der Film baisert, gibt es diese lesbische Tochter übrigens nicht, sondern es ist Brenda, eine der Hauptfiguren, die erkennt, dass sie eigentlich Frauen liebt. In den 1990er Jahren war man aber wohl leider noch nicht so weit, dies auch im Film zu zeigen. Schade eigentlich.
  • Rent
    Zu der Gruppe von Freund*innen, um die es in dem Film geht, gehört auch das Frauenpaar Joanne und Maureen.
  • The Hours
    Eine der Hauptfiguren des Films, Clarissa Vaughn, gespielt von Meryl Streep, lebt mit einer Frau zusammen, ihrer Lebensgefährtin Sally, gespielt von Allison Janney. Und auch Nicole Kidman und Julianne Moore küssen in ihren Rollen jeweils eine andere Frau.

Serientipps

  • Being Erica
    Hauptfigur Erica ist zwar hetero, bandelt in einer Folge jedoch kurz mit ihrer Nachbarin, der lesbischen Kennedy an. Kennedy, die von Lost Girl Anna Silk gespielt wird, hat auch später noch weitere Gastauftritte. Außerdem in einer Gastrolle dabei: Tatiana Maslany, die in Orphan Black u.a. die lesbische Cosima spielt.
  • Warehouse 13
    Eine ab Staffel 2 wiederkehrende Rolle ist die der Helena alias H.G. Wells. Obwohl sie aus dem 19 Jahrhundert stammt, macht Helena keinen Hehl daraus, bisexuell zu sein. Sie versteht sich besonders gut mit der Secret Service-Agentin Myka und es wird angedeutet, dass die beiden mehr füreinander empfinden als Freundschaft.
  • Call the Midwife
    Gegen Ende von Staffel 3 wird Hebamme Patsy als eine neue Hauptfigur eingeführt. Bereits sehr früh wird angedeutet, dass Patsy nicht auf Männer steht, als sie eine eifersüchtige Kollegin mit folgenden Worten beruhigt: „Tom is not my type. At all. … There are certain things he lacks and certain things he has too much of – for me.“ Tatsächlich stellt sich in Staffel 4 heraus, dass Patsy eine Beziehung mit der Krankenschwester Delia hat, die sie aber – die Serie spielt Anfang der 1960er Jahre – nicht offen leben können.
  • Orange Is the New Black
    Alex, Piper, Poussey, Big Boo, Nicky, Sophia u.v.m. – lesbisch, bi, trans, die Figurenvielfalt in OITNB ist tatsächlich bunt wie der Regenbogen.
  • Doctor Who
    Zum Freundeskreis des Doktors zählen auch Vastra, die der Spezies der Silurianer angehört, und Jenny, eine menschliche Frau. Obwohl sie im London des späten 19. Jahrhunderts leben, sind sie verheiratet. River Song, die Frau des Doktors, ist bisexuell und war – außer mit dem Doktor und einigen anderen Männern – auch mit Frauen verheiratet. Im Laufe der Serie tauchen in einzelnen Episoden zudem weitere lesbische und bisexuelle Frauenfiguren auf.
  • Mord mit Aussicht
    In Staffel 1 verguckt sich Polizistin Bärbel in die Schreinerin Mathilde. Mehr als Knutschen passiert allerdings nicht (obwohl Bärbel nicht abgeneigt gewesen wäre), da Mathilde „auf der Walz“ und daher nur für kurze Zeit in Hengasch ist. Leider wurde der Aspekt, dass Bärbel auch für Frauen offen ist, danach nicht wieder thematisiert, sondern Bärbel im Gegenteil vehement auf hetero getrimmt.
  • The Good Wife
    Kalinda Sharma, private Ermittlerin und eine Zeit lang eine der wichtigsten Verbündeten und gute Freundin für Hauptfigur Alicia Florrick, verführt sowohl Männer als auch Frauen, um an benötigte Informationen zu kommen.
  • Lost Girl
    Bo, die Hauptfigur der Serie, unterscheidet nicht nach Geschlecht, wenn es darum geht, ihren sexuellen Hunger zu stillen. Aber auch emotional fühlt sie sich sowohl zu einem Mann als auch zu einer Frau hingezogen und geht im Laufe der Serie u.a. eine Beziehung mit der Ärztin Lauren ein.
  • Jane the Virgin
    Hauptfigur Jane wird versehentlich künstlich befruchtet, weil Ärztin Louisa am Vorabend ihre Ehefrau mit einer anderen Frau im Bett erwischt hat und am nächsten Morgen noch so durch den Wind ist, dass sie die Patientinnen verwechselt. Louisa ist auch im weiteren Verlauf der Serie dabei, zwar nur als Nebenfigur, aber insbesondere ihre Beziehung mit Rose, der Frau ihres Vaters, sorgt für einige Verwicklungen.
  • Battlestar Galactica
    Dass es auch in dieser Serie eine kurze lesbische Liebesgeschichte gibt, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Sie geht nämlich für keine der Beteiligten gut aus und gehört leider nicht zu den vielen Aspekten, die die Serie sehenswert machen.
  • Orphan Black
    Zu der Gruppe weiblicher Klone, um die es in der Serie geht, gehört auch die lesbische Wissenschaftlerin Cosima. In der ersten Staffel verliebt sie sich in ihre Kollegin Delphine.
  • Miss Fishers mysteriöse Mordfälle
    In einer der Folgen der ersten Staffel wird offiziell, was man vorher schon ahnen konnte, nämlich dass die Ärztin „Mac“, eine gute Freundin der Hauptfigur Phryne Fisher, Frauen liebt.
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Programmhinweise: „Die Tote aus der Schlucht“ und „Brief an mein Leben“

Heute und morgen Abend laufen im ZDF bzw. beim Ableger ZDFneo gleich zwei Filme mit lesbischen Hauptfiguren.

Die Tote aus der Schlucht, 24.04.16, 23:20 Uhr, ZDFneo

Kommissarin Susanne Landauer ermittelt in ihrem Heimatort im Todesfall einer Frau, die jahrelang in einer psychiatrischen Klinik gelebt hatte und die, wie sich herausstellt, Susannes biologische Mutter war. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von ihrer Lebensgefährtin, der Gerichtsmedizinerin Isabell.

Dieser Film, der 2015 schon einmal im ZDF lief, ist eigentlich nur durchschnittliche Krimikost mit einem nicht sonderlich spannenden, dafür aber reichlich konstruierten Fall und einer, zumindest was den Täter angeht, vorhersehbaren Auflösung. Was den Film jedoch sehenswert macht ist das Frauenpärchen Susanne und Isabell. Diesen beiden dürfte das ZDF gern noch weitere Fälle spendieren.

Susanne (Rosalie Thomass, rechts) wird bei der Auflösung des Falls von ihrer Lebensgefährtin Isabell (Lavinia Wilson) unterstützt (Bild: ZDF/Arvid Uhlig)

„Die Tote aus der Schlucht“: Susanne (Rosalie Thomass, rechts) wird bei der Auflösung des Falls von ihrer Lebensgefährtin Isabell (Lavinia Wilson) unterstützt (Bild: ZDF/Arvid Uhlig)

Brief an mein Leben, 25.04.16, 20:15 Uhr, ZDF

Die vielbeschäftigte Karrierefrau Toni ignoriert die Warnsignale ihres Körpers, bis dieser die Notbremse zieht: Burnout. In einer Klink will Toni schnell wieder gesund werden, muss jedoch bald einsehen, dass es so nicht funktioniert. Nach und nach lässt sie sich auf die Therapie und Erinnerungen, die in diesem Zusammenhang in ihr hochkommen, ein, um den Ursachen für ihren Zusammenbruch auf den Grund zu gehen.

Brief an mein Leben basiert auf dem gleichnamigen Buch von Miriam Meckel, weicht jedoch in vielen Aspekten von der Vorlage ab. Beibehalten wurde jedoch, dass Toni, die Hauptfigur, eine Lebensgefährtin hat, die im Film sogar eine größere Rolle spielt als im Buch. Einen ausführlicheren Beitrag über den sehr sehenswerten Film mit Marie Bäumer in der Hauptrolle habe ich hier veröffentlicht:

TV-Tipp: „Brief an mein Leben“ | medienbloggerin

Maria (Christina Hecke, links) genießt die Zeit mit Toni (Marie Bäumer) (Bild: ZDF/Conny Klein)

„Brief an mein Leben“: Maria (Christina Hecke, links) genießt die Zeit mit Toni (Marie Bäumer) (Bild: ZDF/Conny Klein)