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Novum im „Tatort“: Frau Kommissarin liebt eine Frau

Der Schweizer Tatort betritt Neuland: Erstmals darf in der Krimireihe eine Kommissarin eine Frau lieben, und zwar nicht nur für eine Folge. Das unfreiwillige Coming-Out von Liz Ritschard geriet dabei angenehm unspektakulär, und gerade deshalb ist es gelungen.

Für regelmäßige Tatort-Gucker ebenso wie für die meisten Fernseh-Kritiker gehört es inzwischen ja schon fast zum guten Ton, am Schweizer Tatort kein gutes Haar zu lassen: Die Fälle seien zu konfus oder zu uninteressant, das Tempo zu behäbig, und dann noch diese furchtbare Synchronisation.

Auch an dem am Ostermontag ausgestrahlten fünften Fall des Luzerner Duos Flückiger und Ritschard wurde kräftig herumgemäkelt, und sicherlich nicht zu Unrecht. Die Geschichte um das „Ich sehe tote Menschen“-Medium, das der Polizei erst anbietet, das Opfer – eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern – selbst zu fragen, wer sie denn nun getötet hat, und sie schließlich tatsächlich auf die Spur zur Lösung des Falls bringt, war reichlich abgehoben und schien außerdem unnötig. Und auch das ewige Baden von Kommissar Reto Flückiger, wahlweise in Selbstmitleid um seine verpasste Chance auf eine eigene Familie oder im Vierwaldstättersee, wahrscheinlich um eben jenes Selbstmitleid zu ertränken und sich selbst vielleicht gleich mit, nahm eindeutig zu viel Raum ein. Das war schade, da es vom eigentlichen Thema und der damit verbundenen eindringlichen Botschaft des Films ablenkte: Wie sehr Kinder leiden und zu welchen Katastrophen es führen kann, wenn Eltern auf dem Ego-Trip die eigene Selbstverwirklichung über die Interessen und das Wohl ihres Nachwuchses stellen.

Was dagegen wenig Anlass zur Kritik bot, war die Geschichte um Flückigers Kollegin Liz Ritschard. Bereits in einer im vergangenen Jahr ausgestrahlten Episode aus der Schweiz hatte sie mit einer Frau angebandelt („Tatort: Als Biene Maja eine Frau küsste“, 12.2.13), aber damals war noch unklar geblieben, ob dies nicht eine einmalige Sache bleiben würde. Anders als Spiegel Online-Autor Christian Buß, der sogleich das lesbische Coming-Out der Kommissarin ausrief, blieben Regisseur Dani Levy und Liz-Darstellerin Delia Mayer nämlich eher zurückhaltend, was die sexuelle Orientierung von Liz anging.

Ob Liz nun tatsächlich dauerhaft das Ufer gewechselt hat, wurde zwar auch in dieser Folge nicht klar; auch hier ist Christian Buß vielleicht wieder etwas vorschnell, wenn er sie als „die einzige offen homosexuelle Ermittlerfigur im “Tatort”-Kosmos“ bezeichnet. Eine Frau gibt es in Liz‘ Leben jedenfalls immer noch, und dass die beiden wohl nicht nur miteinander Squash spielen, wurde spätestens klar, als Liz ihre Partnerin auf dem Squash-Court küsste.

Tatort_Schweiz_Liz

Liz Ritschard (Delia Mayer, links) küsst ihre Freundin

Diese Szene war so kurz und beiläufig, dass man sie als ZuschauerIn bei einmal Blinzeln verpasst hätte. Sie steht damit symbolisch dafür, wie das Thema der Sexualität von Liz insgesamt behandelt wurde: Unspektakulär. Und zwar so unspektakulär, dass dieser Aspekt in Medienberichten über den Tatort vom Montag kaum Erwähnung findet, was insofern erstaunlich ist, als der Schweizer Tatort hier Neuland betritt.

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Ich bin endlich mal wieder dazu gekommen, einen Artikel über die Liebesgeschichte von Anni & Jasmin bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu schreiben. Für die internationalen Leser_innen/Fans ist der Artikel diesmal auf Englisch – die deutschsprachigen dürfen ihn aber natürlich auch lesen. ;)

A new lesbian couple on German TV? Meet Anni & Jasmin from “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”

Anni & Jasmin (GZSZ)

Jasmin (Janina Uhse, links) und Anni (Linda Marlen Runge) sind sich endlich näher gekommen (Bild: RTL)

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TV-Tipp: Oscarverleihung 2014 mit Ellen DeGeneres

Ellen DeGeneres

(Bild: ABC/Andrew Eccles)

Heute Nacht werden in Los Angeles die Academy Awards, besser bekannt als Oscars, verliehen. Moderiert wird die Veranstaltung in diesem Jahr von einer der bekanntesten und beliebtesten lesbischen Frauen der Welt: Ellen DeGeneres.

Ab 1:30 Uhr überträgt ProSieben die Veranstaltung live. Wer wissen möchte, was sich Ellen und ihre Autor/innen für das Publikum im Saal und vor den Fernsehschirmen auf der ganzen Welt haben einfallen lassen und ob Ellens Frau Portia wie 2007, als Ellen die Oscarverleihung zum ersten Mal moderierte, mit leuchtenden Augen im Publikum sitzt, sollte heute Nacht das Bett lieber mit Sofa oder Fernsehsessel eintauschen. Es dürfte sich lohnen!

Mehr Bilder, Links und Videos zu diesem Thema gibt es hier: Ellen-Forum-Spezial: Oscarverleihung 2014.

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SHE 4 ME

Pünktlich zum Valentinstag am letzten Freitag wurde dieses wunderschöne Video veröffentlicht, in dem die Liebe zwischen zwei Frauen gefeiert wird.

She 4 Marriage Equality (SHE4ME) ist ein sogenanntes Public Service Announcement, hinter dem u.a. die Initiative Marriage Equality USA steht, die sich für die rechtliche Gleichstellung bei der Ehe einsetzt. Als Untermalung wurde das Lied She von Jen Foster ausgewählt, das als eine Art lesbische Hymne gilt. Die Regie übernahm Nicole Conn, eine der bekanntesten lesbischen Filmemacherinnen (u.a. Claire of the Moon, Elena Undone). In den Hauptrollen sind mit Nicole Pacent und Gabrielle Christian zwei Schauspielerinnen zu sehen, die den meisten insbesondere durch ihre lesbischen Rollen in der Webserie Anyone But Me bzw. der TV-Serie South of Nowhere bekannt sein dürften.

Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Webseite SHE 4 ME. Das Lied She in der für das Video neu produzierten Version kann auf der Webseite von Jen Foster heruntergeladen werden; wer möchte, kann dort auch etwas für das Projekt spenden.

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Warum ich nicht JEDE WIE SIE WILL bin

Ein Kommentar zur Foto-Aktion “Ich bin JEDER WIE ER WILL” von UFA SERIAL DRAMA

Vor einigen Tagen hat sich der Schauspieler Lars Steinhöfel, bekannt aus der Serie Unter Uns, als schwul geoutet. Die Produktionsfirma UFA SERIAL DRAMA, die neben Unter Uns unter anderem auch Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Verbotene Liebe produziert, hat aus diesem Anlass eine Foto-Aktion mit dem Titel „Ich bin JEDER WIE ER WILL“ gestartet. Dafür haben sich UFA-Mitarbeiter mit einem Schild fotografieren lassen, auf dem wie auf einem Wahlzettel die Möglichkeiten HOMO, HETERO und JEDER WIE ER WILL bzw. JEDE WIE SIE WILL aufgelistet sind, wobei das Kreuzchen bereits bei der dritten Möglichkeit gesetzt ist (s. Bild).

UFA Aktion Schild Zur Begründung heißt es auf der Webseite der Kampagne, dass „die sexuelle Orientierung egal sein sollte und Gleichberechtigung erst dann erreicht ist, wenn ein Coming-Out nicht mehr für Aufmerksamkeit sorgt“. Die Kampagne ist ausdrücklich nicht auf UFA-Mitarbeiter beschränkt und so wurden auf der Facebookseite von UFA SERIAL DRAMA seit dem Start der Kampagne am Montag weitere Fotos veröffentlicht, auf denen Menschen das entsprechende Schild halten.

Ich gehöre nicht dazu, und das aus gutem Grund. Ich bin nämlich nicht “JEDE WIE SIE WILL”.

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Medienschau: Hitzlsperger, #idpet und die Wichtigkeit von Lesbenpornos

Ein Überblick über aktuelle Medienberichte zum Thema Homosexualität (nicht nur) aus Anlass des Coming Outs von Thomas Hitzlsperger

Als ich Anfang der Woche in diesem Beitrag schrieb, dass es 2014 in den Medien sicherlich wieder einige Berichterstattung über Homosexuelle bzw. die LGBTQI-Community geben würde, da hatte ich als Anlass vor allem die Olympischen Spiele in Sotschi vor Augen. Und dann kam Thomas Hitzlsperger.

Am Mittwochvormittag gab die Wochenzeitung DIE ZEIT bekannt, später am Tag (Online) bzw. am Donnerstag (Print) ein Interview mit dem ehemaligen Fußballnationalspieler zu veröffentlichen, in dem dieser sich als homosexuell outet. Die Nachricht stieß auf so großes Interesse, dass der Server von ZEIT ONLINE anfing zu ächzen. Seitdem wird geschrieben, gebloggt, kommentiert und diskutiert, was das Zeug hält, und zwar nicht nur in Sportredaktionen, sondern auch in Nachrichtensendungen und Talkshows. Die Reaktionen sind überwiegend positiv, und zwar zum Glück zum großen Teil “ernst gemeint positiv” und nicht nur “politisch korrekt positiv”, die ein oder andere kritische Stimme ist jedoch auch dabei. Einige interessante Links, die mir seit Mittwoch untergekommen sind, habe ich im Folgenden mal geteilt und kommentiert.

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Frohes neues Jahr!

2014 ist zwar schon einige Tage alt, aber für gute Wünsche ist es ja nie zu spät. Allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs wünsche ich daher ein ganz tolles Jahr, mit Liebe, Glück, Gesundheit und natürlich allem, was ihr euch selbst wünscht.

Rainbow 2014

(Bildquelle: samantha800.deviantart.com)

Auch 2014 dürfte wieder ein interessantes Jahr werden, was die Sichtbarkeit frauenliebender Frauen in den Medien angeht.

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