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„Love Is Love“: Warum „Freeheld“ einer der wichtigsten Filme des Jahres sein könnte

Vergangene Woche wurde der erste Trailer für den Film Freeheld veröffentlicht und ich muss sagen: Selten hat mich ein Trailer so berührt. Wenn der Film auch nur annähernd hält, was der Trailer verspricht, dürfte er eines der Kinohighlights des Jahres werden und auf jeden Fall ein „Muss“ für lesbische Filmfans.

Julianne Moore (links) als Laurel Hester und Ellen Page als Stacie Andree in FREEHELD. (Bild: Lionsgate | Phil Caruso)

Julianne Moore (links) als Laurel Hester und Ellen Page als Stacie Andree in FREEHELD (Bild: Lionsgate | Phil Caruso)

Freeheld beruht auf dem gleichnamigen Dokumentarfilm, der 2008 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, und damit auf einer wahren Begebenheit. Erzählt wird die Geschichte von Laurel Hester, einer Polizistin aus New Jersey, die 2005 unheilbar an Lungenkrebs erkrankte und dafür kämpfte, dass ihre Pensionsansprüche nach ihrem Tod auf ihre Lebenspartnerin übergehen – so wie bei heterosexuellen Ehepaaren.

In dem Film wird Laurel Hester von Julianne Moore dargestellt, ihre Partnerin Stacie Andree von Ellen Page. Allein diese Besetzung sorgt dafür, dass Freeheld bereits jetzt viel Aufmerksamkeit erhält: Julianne Moore wurde immerhin gerade mit einem Oscar ausgezeichnet und mit Ellen Page hat sie eine der wenigen offen lesbischen Schauspielerinnen Hollywoods an ihrer Seite. Für Page ist Freeheld zudem eine Herzensangelegenheit. Sie setzte sich schon vor ihrem Coming-out im Februar 2014 dafür ein, dass der Film überhaupt zustande kommt, und fungierte als eine der Produzentinnen.

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig skeptisch war, als ich von der Besetzung las. Irgendwie konnte ich mir Moore und Page nicht als Paar vorstellen. Dabei habe ich wohl unterschätzt, was für hervorragende Schauspielerinnen sie sind. Denn bereits durch den Trailer bin ich eines Besseren belehrt worden. Schon wenige Szenen reichen aus, um zu zeigen: So unterschiedlich diese beiden Frauen auf den ersten Blick auch wirken mögen, was sie verbindet ist die Liebe zueinander. Da spielt dann auch der deutliche Altersunterschied – wie es ihn zwischen Laurel Hester und Stacie Andree übrigens tatsächlich gab – keine Rolle mehr.

Die Glaubwürdigkeit der Beziehung ist auch deshalb entscheidend, weil sie den Kern des Films ausmacht. Das macht der Trailer ebenfalls deutlich: Freeheld mag ein Drama sein, aber eines, in dessen Zentrum eine Liebesgeschichte steht. Und selbst wenn in den USA im Kampf um die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare mit der Öffnung der Ehe durch den Supreme Court gerade erst ein monumentaler Erfolg verbucht werden konnte, ist die Botschaft „Love Is Love“ noch immer nicht bei allen angekommen. Deshalb ist es wichtig, dass es Filme gibt, in denen genau das gezeigt wird.

Wenn er hält, was der Trailer verspricht, dann ist Freeheld ein solcher Film.

Freeheld kommt in den USA im Oktober in die Kinos, der Termin für den Kinostart in Deutschland steht leider noch nicht fest. Der Song im Trailer ist  „Rise Up“ von Andra Day.

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Ein überraschender Anblick bot sich mir gestern, als ich in der Bahnhofsbuchhandlung nach dem neuen Magazin Straight suchte: da standen gleich drei Zeitschriften nebeneinander, die sich mit dem Thema Frauenliebe beschäftigen.

Wo sonst ein wenig einsam die L-Mag stand, hat sich diese Woche Straight dazugesellt, ein neues „Magazin für Frauen, die Frauen lieben“. Und auch die EMMA widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe der Liebe zwischen Frauen.

Sind Lesben also plötzlich „in“? Wohl eher nicht. Aber immerhin aktuell in den Printmedien ein wenig sichtbarer. Und das ist doch auch schon was.

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Mit Netflix in den Knast – Bericht vom „OITNB Watch Along“ in Berlin

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, an einem Netflix-Event für Orange Is the New Black teilzunehmen. Den Bericht und einige Fotos dazu habe ich hier veröffentlicht:

Mit Netflix in den Knast – OITNB S3 Watch Along in Berlin | sonnenblumenblau.de

Viel Spaß beim Lesen.

OITNBS3_Berlin_8

P.S.: Ja, der Link führt zu einem neuen Blog, und ja, dort werde ich zukünftig auch bloggen, zusätzlich zu diesem hier. Also vielleicht gleich mal in eure Linkliste oder den Feedreader aufnehmen und bei Facebook „liken“. 😉

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TV-Tipp: „Jane the Virgin“ bei sixx

Weil sie ihre Ehefrau bei einem Seitensprung erwischt hat, unterläuft der Ärztin Luisa ein folgenschwerer Fehler – und die überzeugte Jungfrau Jane ist plötzlich schwanger. So beginnt die US-Serie Jane the Virgin, die seit Montag bei sixx läuft. Und schon die ersten beiden Folgen lassen erahnen, dass sich auch das weitere Einschalten lohnen könnte – nicht nur, aber auch wegen der Figur Luisa.

(Quelle: sixx | Facebook/JaneTheVirgin)

(Quelle: sixx | Facebook/JaneTheVirgin)

Im Mittelpunkt von Jane the Virgin steht die angehende Lehrerin Jane Villanueva. Jane hat ihrer religiösen Großmutter versprochen, keinen Sex vor der Ehe zu haben, woran sie und ihr Freund Michael sich auch tapfer halten. Umso überraschter ist Jane, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Was zunächst wie eine unbefleckte Empfängnis aussieht, entpuppt sich bald als Kunstfehler der Gynäkologin Luisa. Weil sie am Abend zuvor ihre Frau mit deren Assistentin im Bett erwischt hatte, war Luisa so durch den Wind, dass sie bei Jane statt eines Routineabstrichs eine künstliche Befruchtung durchgeführt hat. Jane steht nun vor der Frage, was sie tun soll – das Kind behalten und damit unter Umständen Michael verlieren? Oder das Kind dem biologischen Vater Rafael überlassen, der zu allem Überfluss ein früherer Schwarm und der jetzige Chef von Jane sowie der Bruder von Luisa ist?

Doch nicht nur Janes Welt wird in den ersten Folgen von Jane the Virgin auf den Kopf gestellt, auch bei Luisa deutet sich an, dass ihr turbulente Zeiten bevorstehen. Nicht genug, dass sie vor den Scherben ihrer Ehe steht, nun droht ihr auch der Verlust ihrer Zulassung und eine Klage von Jane. In ihrer Not bittet Luisa ihre Ex-Geliebte, die Anwältin Rose, um Hilfe. Zwischen den beiden entflammt das alte Feuer erneut. Dumm nur, dass auch Rose inzwischen verheiratet ist – mit Luisas Vater.

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Luisa (Yara Martinez) erlebt eine unangenehme Überraschung

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Alte Liebe, neu entflammt: Luisa und Rose (Bridget Regan)

Was ziemlich dramatisch klingt, ist erstaunlich amüsant und unterhaltsam. Die Geschichten werden jeweils mit sehr viel Witz erzählt, ohne dass die Serie dabei jedoch zu sehr ins Alberne abdriftet. Selbst die häufigen Bezugnahmen auf das bei der hispanischen Bevölkerung in den USA so beliebte TV-Format der Telenovela – unter anderem wohl eine Anspielung darauf, dass die Serie selbst auf einer Telenovela aus Venezuela basiert – wirken nicht kitschig, sondern gehören, wie ich finde, zum besonderen Charme der Serie. Es überrascht daher nicht, dass Jane the Virgin einer der erfolgreichsten Serienneustarts des vergangenen Jahres in den USA war und mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde.

Jane the Virgin läuft montags ab 20:15 Uhr bei sixx. Die ersten beiden Folge sind noch bis kommenden Montag in der dortigen Mediathek verfügbar.

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„Straight to your heart“: Abschied von „Verbotene Liebe“

Aus und vorbei. Am vergangenen Freitag lief in der ARD die allerletzte Folge von Verbotene Liebe.

Nach über 20 Jahren heißt es nun Abschied zu nehmen von den Intrigen der Schönen und Reichen in Düsseldorfs Adelskreisen, von Schloss Königsbrunn und dessen Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch von all den anderen Locations und Figuren, an die man sich im Laufe der Jahre gewöhnt hat. Und ehrlich gesagt finde ich das schade. Nicht nur, aber insbesondere auch, weil in Verbotene Liebe regelmäßig lesbische Figuren und Liebesgeschichten zwischen Frauen gezeigt wurden – etwas, das in deutschen Serien leider immer noch viel zu selten zu finden ist.

Was mich persönlich im Laufe der Jahre mit Verbotene Liebe verbunden hat, welche Rolle die Serie in meinem Leben gespielt hat, habe ich schon vor einigen Wochen mal aufgeschrieben, als sich angesichts der immer weiter sinkenden Quoten schon erahnen ließ, dass bald Schluss sein würde. Mein Text über „Die lesbische Soap-Gräfin Carla & Co.“ ist Teil eines Sammelbandes, der vergangene Woche als eBook veröffentlicht wurde.

ISBN 978-3-944543-24-6

ISBN 978-3-944543-24-6

Für Straight to you heart: Verbotene Liebe. 1995 – 2015 haben Stefan Mesch und Nikola Richter als Herausgeber bzw. Herausgeberin nicht nur Beiträge von Fans sowie Zuschauerinnen und Zuschauern zusammengetragen, sondern lassen auch Schauspielerinnen und Schauspieler zu Wort kommen, die im Laufe der Jahre Teil der Serie waren, unter ihnen Tatjana Kästel alias „Rebecca von Lahnstein“ und Raphaela Dell alias „Erika Brandner“. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen zum Beispiel von Drehbuch-Autor Tom Chroust, dem „Erfinder“ von „Chrolli“, eine ausführliche VL-Chronik, Bilder, Links und vieles mehr.

Das Buch kann man u.a. bei Amazon, iTunes und minimore (hier auch als PDF) käuflich erwerben, mehr Infos gibt es auf der Verlagsseite. Mein – zugegeben etwas subjektives – Urteil: Lohnt sich!

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Vom „schlüpfrigen Geständnis“ bis zur „Lesben-Beichte“ – Wie deutsche Medien diese Woche über Cate Blanchett berichtet haben

Anfang der Woche ging ein entzücktes Raunen durch meine Social Media Timelines: Die Schauspielerin Cate Blanchett hatte in einem Interview mit der Zeitschrift Variety gesagt, dass sie schon Beziehungen mit Frauen hatte, und zwar nicht nur einmal, sondern oft.

Anlass des Interviews war der Film Carol, der am Sonntag beim Filmfestival in Cannes Premiere feiern wird. Cate Blanchett verkörpert darin die Titelfigur, die sich in eine andere Frau verliebt. Und wie immer, wenn eine vermeintlich heterosexuelle Frauen eine lesbische Rolle spielt, wurde auch dieses Detail in dem Interview beleuchtet – in diesem Fall jedoch mit für den Journalisten überraschendem Ausgang:

„When asked if this is her first turn as a lesbian, Blanchett curls her lips into a smile. ‚On film — or in real life?‘ she asks coyly. Pressed for details about whether she’s had past relationships with women, she responds: ‚Yes. Many times,‘ but doesn’t elaborate. Like Carol, who never ‚comes out‘ as a lesbian, Blanchett doesn’t necessarily rely on labels for sexual orientation.“

So weit, so schön für Cate Blanchett. Und weil sie nicht weiter ausführt, wie, wann, was und mit wem, hätte man annehmen können, dass das Thema wenig hergibt für große Schlagzeilen.

Falsch gedacht. Denn das bisschen, was Cate Blanchett in dem Interview sagt, reichte schon, um die Redaktionen vieler Mainstreammedien in Wallung zu versetzen. Mit der Art und Weise ihrer Berichterstattung offenbarten sie, in welchen Schubladen in den Medien noch immer gedacht und mit welchen Vorurteilen dem Thema der sexuellen Orientierung noch immer begegnet wird.

„Schlüpfrige Lesben-Beichte“

Am auffälligsten war dabei die Fokussierung auf das Thema Sex. Nicht nur bei der Gala war von „Sex mit Frauen“ die Rede, auch andere Zeitungen und Zeitschriften wie BILD, Stern und TV Movie sprangen auf diesen Zug auf. Dabei hatte Blanchett selbst nur von Beziehungen mit Frauen gesprochen, was aber wohl reichte, um das Kopfkino der Redakteure auf Touren zu bringen und sich den Rest dazuzudichten. Bei der Bunte wurde gar der ganze Artikel mit dem Schlagwort „Sex“ versehen. Dort wollte man aus dem Interview „das ein oder andere schlüpfrige Detail“ aus Blanchetts Vergangenheit herausgelesen haben, was sich dann aber darauf beschränkte, dass sie „schon mit Frauen im Bett“ war. Was genau daran nun eigentlich so „schlüpfrig“, also unanständig ist, ließ die Bunte-Redaktion lieber offen.

Auch mit den Bezeichnungen taten sich manche schwer. Nun hatte es Frau Blanchett ihnen auch nicht leicht gemacht, indem sie sich – wie das obige Zitat zeigt – den etablierten Labels verweigerte. Was vielleicht ein Hinweis hätte sein können, dass es auch ohne eben solche gehen kann. Einigen Redaktionen fiel immerhin ein, dass es neben Hetero- und Homosexualität auch so etwas wie Bisexualität gibt. Der BILD-Zeitung war aber wohl schon das zu kompliziert, dort wurde die Meldung mit der knackigen Überschrift „Lesben-Beichte von Cate Blanchett“ versehen und in der Kategorie „Homosexualität“ veröffentlicht.

Nicht so hetero wie gedacht? Skandal!

Was in der Berichterstattung immer wieder durchklang war die Andeutung, Cate Blanchett habe etwas Verbotenes, Skandalöses getan. In vielen Artikeln finden sich Worte wie „Geständnis“, „brisant“ oder „pikante Details“, ganz zu schweigen von dem schon erwähnten „schlüpfrig“. Dabei stellt sich die Frage, was genau an Cate Blanchetts Aussage eigentlich so skandalös ist. Denn die Tatsache, dass eine Frau – vielleicht – mit Frauen geschlafen hat, ist ja heute eigentlich kaum noch eine Meldung wert. Hätte beispielsweise Jodie Foster in einem Interview dasselbe gesagt, hätten die meisten Medien dies wohl wenn überhaupt nur am Rande erwähnt.

„Brisant“ wird das, was Cate Blanchett in dem Interview gesagt hat, eigentlich nur, weil sie mit einem Mann verheiratet ist – seit 18 Jahren, wie man mehr als einmal lesen konnte – und damit automatisch in die Kategorie „heterosexuell“ eingeordnet wurde. Dass die Frau nicht so hetero ist wie angenommen und dass man ihr das nicht ansehen konnte, löst Verunsicherung aus und den Reflex, darin etwas „Schlüpfriges“ zu sehen, etwas Unanständiges, das irgendwie nicht ganz in Ordnung ist.

Cate Blanchett hat mit ihrer kurzen Aussage entlarvt, wie hilflos manche Medienleute heute noch reagieren, wenn deutlich wird, dass die gedanklichen Schubladen in Bezug auf die sexuelle Orientierung, mit denen man lange so schön arbeiten konnte, inzwischen zu eng geworden sind und manche Leute sich partout nicht darin einordnen lassen wollen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ihre „Enthüllung“ vor allem deshalb erfolgt sein sollte, um den Film Carol zu promoten, wie nun manche behaupten.

Der Film soll übrigens Anfang 2016 in die Kinos kommen – vielleicht ja genug Zeit, um die Redaktionen bis dahin mal von den alten Schubladen zu entrümpeln.

Link:

Update (23.5.15): Während einer Pressekonferenz vergangenes Wochenende in Cannes hat Cate Blanchett erklärt, dass sich ihre Äußerung tatsächlich nicht auf sexuelle Beziehungen bezogen habe. Sie sei diesbezüglich falsch zitiert worden.


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Serien-Tipp: Orange Is the New Black

Heute in einem Monat, am 12. Juni, wenn der Video on Demand-Service Netflix die dritte Staffel der Serie Orange Is the New Black (OITNB) veröffentlicht, werden überall auf der Welt Fans vor ihren Fernsehern und Laptops kleben und so viele Folgen am Stück schauen, wie ihre Augen/Nerven/Partner_innen/Mitbewohner_innen es zulassen. Und ich werde eine von ihnen sein.

Es hat ein bisschen gedauert, bis auch ich auf den OITNB-Zug aufgesprungen bin. Dabei bekam ich schon vor knapp zwei Jahren den ersten Tipp zu der neuen Frauenknastserie aus den USA, die aber irgendwie doch ganz anders sei als die Frauenknastserie, die wir kennen. Als ich dann letztes Jahr endlich anfing zu gucken, wurde mir schnell klar, warum OITNB so viele Anhänger hat: Die Serie ist nicht nur toll erzählt, mit interessanten und vor allem ungewöhnlichen Figuren und Geschichten, sondern sie enthält neben dramatischen Szenen immer wieder auch viel Humor und macht deshalb Spaß zu gucken.

Die Hauptfigur von Orange Is the New Black ist Piper Chapman (Taylor Schilling), eine weiße Mittelschichtsfrau Anfang 30. Piper lebt zusammen mit ihrem Verlobten Larry (Jason Biggs) in New York und hat gerade mit ihrer besten Freundin Polly ein kleines Unternehmen gegründet, als sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. 10 Jahre zuvor hatte Piper für ihre damalige Freundin Alex Vause (Laura Prepon), eine Drogenschmugglerin, einen Koffer mit Drogengeld transportiert. Für dieses Vergehen wird sie zu 15 Monaten Haft verurteilt und landet im Frauengefängnis Litchfield. Dort muss sie sich nicht nur mit ihren Mitinsassinnen arrangieren, Frauen aus völlig unterschiedlichen sozialen Schichten, unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlicher Hautfarbe, sondern auch mit den Regeln des Gefängnislebens. Zu allem Überfluss tritt auch Alex wieder in ihr Leben und Piper ist bald hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach ihrem Verlobten Larry und den wieder aufgeflammten Gefühlen für Alex.

Obwohl der Ausgangspunkt der Serie die Geschichte um Piper ist, nehmen sich die Serienmacherinnen viel Zeit, auch die anderen Figuren, insbesondere Pipers Mitinsassinnen, zu entwickeln. Mittels Rückblenden wird erzählt, was die jeweilige Figur geprägt und letztlich dazu geführt hat, dass sie irgendwann in Litchfield gelandet ist. Das macht die Figuren sympathisch (meistens jedenfalls), vor allem aber interessant, weil sie mehr sind als bloße Stereotypen. Ein großes Plus der Serie ist dabei das großartige Ensemble mit vielen ganz unterschiedlichen, aber durch die Bank hervorragenden Schauspieler_innen.

Was könnte im Hinblick auf Orange Is the New Black sonst noch wissenswert sein? Vielleicht dass

  • die Serie auf dem Buch Orange Is the New Black: My Year in a Women’s Prison von Piper Kerman und damit auf einer wahren Begebenheit basiert,
  • Natasha Lyonne, den meisten wahrscheinlich bekannt als Megan aus But I’m a Cheerleader, in OITNB erneut eine lesbische Rolle spielt,
  • Jodie Foster in je einer Episode der ersten und der zweiten Staffel Regie geführt hat,
  • Kate Mulgrew alias „Captain Janeway“ aus Star Trek – Raumschiff Voyager in der Serie ebenfalls dabei ist, und zwar in der Rolle der Gefängnisköchin „Red“,
  • es neben Alex und Piper natürlich weitere lesbische Romanzen und sexuelle Beziehungen zwischen Frauen zu sehen gibt, u.a. sogar einen Wettkampf zwischen Nicky und Big Boo (Lea DeLaria), welche von ihnen die meisten Frauen „flachlegen“ kann,
  • Autorin Lauren Morelli während der Arbeit an OITNB erkannt hat, dass sie lesbisch ist, sich von ihrem Mann getrennt hat und nun mit „Poussey“-Darstellerin Samira Wiley zusammen ist,
  • Schauspielerin Uzo Aduba für ihre Rolle als Pipers Verehrerin „Crazy Eyes“ mit einem Emmy und einem SAG Award ausgezeichnet wurde.

Wer die Serie bisher nicht kennt und jetzt neugierig geworden ist, sollte sich ganz schnell einen Netflix-Account zulegen und bis zum 12. Juni die Staffeln 1 und 2 nachholen, wenn möglich im Original. Für diejenigen, die schon Fans sind, gibt es bei AfterEllen einige Bilder aus Staffel 3 und weiter unten den Trailer dazu.