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Ellen, Hella & Co.: Ergebnisse zur Umfrage über prominente Vorbilder und Aktivistinnen

Vor einigen Wochen hatte ich auf Twitter, Facebook und hier im Blog eine kleine Umfrage zu prominenten lesbischen Vorbildern und Aktivistinnen gestartet. Hier ist eine Zusammenfassung eurer Antworten:

  • Auf die Frage nach den prominenten lesbischen Frauen, die als Vorbilder bzw. Hilfe für das eigene Coming-out gedient haben, wurden Ellen DeGeneres, Ellen Page, Anne Will, Miriam Meckel, Hella von Sinnen, Dunja Hayali und Maren Kroymann genannt.
  • Für LGBTQI-Rechte setzen sich eurer Meinung nach insbesondere Ellen DeGeneres und Hella von Sinnen ein.

Für den in der Umfrage erwähnten Artikel musste ich mich aus Platzgründen – das ist der Unterschied zwischen Online und Print – leider auf zwei der genannten Damen beschränken. Die Wahl ist auf Ellen Page und Ellen DeGeneres gefallen. Das Ergebnis könnt ihr im diesjährigen pride magazin lesen. Das Programmheft für den HAMBURG PRIDE, den Hamburger CSD, liegt seit Ende Juni in Hamburg und Umgebung kostenlos aus und kann auch online abgerufen werden:

pride magazin 2014

Vielen Dank noch einmal an alle, die mitgemacht haben!

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Lesetipp: “Wie wir begehren” von Carolin Emcke

Während andere Fußball geguckt haben, hatte ich Zeit, mal wieder ein bisschen zu lesen.

Emcke_Wie_wir_begehrenSpätestens seit den tollen “Tolerant? Sind wir selber”-Videos stand Carolin Emckes Buch Wie wir begehren ganz oben auf meiner Leseliste. Darin beschäftigt sie sich mit Fragen rund um die Themen Sexualität, Lust und Begehren:

“Entdecken wir das Begehren oder entdeckt das Begehren uns? Wie frei sind wir, unser Begehren zu leben? Hat es nur eine Form oder ändert es sich, wird tiefer, zarter, radikaler?”

Das klingt anspruchsvoll, und tatsächlich ist es kein Buch, das man schnell mal eben “weglesen” kann.

Dass es sich trotzdem außerordentlich gut lesen lässt, liegt nicht nur an Carolin Emckes klarem und verständlichem Schreibstil, sondern auch daran, dass sie sich dem Thema nicht abstrakt nähert, sondern anhand ihrer eigenen Biografie. Es ist keine philosophische Abhandlung, sondern eine persönliche Geschichte, und die Schilderungen von Erlebnissen und Begegnungen aus ihrer Kindheit bieten Anknüpfungspunkte zum Nachdenken: Wie war das denn bei mir? Welche Parallelen, welche Unterschiede gibt es in meiner eigenen Geschichte? Teile ich ihre Ausführungen, oder sehe ich das anders?

Wer Lust hat, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Und auch Fußballfans haben jetzt ja wieder ein bisschen mehr Zeit zum Lesen.

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Umfrage: Prominente Vorbilder und Aktivistinnen

Bei Twitter und Facebook habe ich gerade eine kleine Umfrage zu prominenten lesbischen Vorbildern und Aktivistinnen gestartet. Die Antworten sollen mir bei einem Artikel helfen, den ich gerade vorbereite. Ich würde mich deshalb über eure Unterstützung sehr freuen.

Die Fragen:

  • Gibt/gab es prominente lesbische oder bisexuelle Frauen, die für euch Vorbild beim Coming-out sind/waren? Und wenn ja, wer?
  • Welche prominenten lesbischen oder bisexuellen Frauen setzen sich eurer Meinung nach am meisten für LGBTQI-Rechte ein?
timecoverEin Beispiel:

Bei mir war es Ellen DeGeneres, deren Coming-out und insbesondere deren Bereitschaft, auch in Interviews offen über ihre eigenen Zweifel und Erfahrungen beim Entdecken und Leben ihrer Homosexualität zu reden, mir bei meinem eigenen Coming-out sehr geholfen hat.

Ellen ist aber auch eine engagierte Aktivistin, die sich insbesondere in ihrer Sendung immer wieder für gleiche Rechte und Akzeptanz für Menschen, die anders lieben als die Mehrheit, ausspricht.

Ihr könnt die Antworten gern entweder hier in den Kommentaren, bei Twitter oder auf Facebook posten oder mir mailen: rosalieundco@gmail.com.

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TV-Tipp: “Pretty Little Liars” startet bei SUPER RTL

Pretty Little Liars (Cast)

Die Hauptfiguren (v.l.): Spencer Hastings (Troian Bellisario), Hanna Marin (Ashley Benson), Aria Montgomery (Lucy Hale) und Emily Fields (Shay Mitchell)

“Got a secret, can you keep it…”

So beginnt die einprägsame Titelmelodie (Vorsicht, Ohrwurmgefahr!) der US-Serie Pretty Little Liars, die ab heute Abend bei SUPER RTL zu sehen ist. Und Geheimnisse gibt es in der Serie um eine Gruppe von Schülerinnen in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Rosewood mehr als genug.

Einst waren Alison, Aria, Emily, Hanna und Spencer die besten Freundinnen. Doch dann verschwand Alison spurlos, und die Clique zerbrach. Als ein mysteriöser Fremder namens “A” ein Jahr später beginnt, den Mädchen Nachrichten zu schicken, in denen es um ihre dunkelsten Geheimnisse geht, und kurz darauf Alisons Leiche gefunden wird, tun sie sich wieder zusammen und machen sich gemeinsam auf die Suche nach “A” und Alisons Mörder.

Für Emily bedeutet das Auftauchen von “A”, dass sie sich mit ihrer sexuellen Orientierung auseinandersetzten muss. Sie war heimlich in Alison verliebt, wovon jedoch außer ihr und Alison eigentlich niemand wusste. Als Emily Maya kennenlernt und sich zwischen den beiden eine Beziehung anbahnt, bekommt “A” dies mit und setzt sie unter Druck. Kann Emily weiterhin verbergen, dass sie lesbisch ist? Und will sie es überhaupt?

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität, mit Coming Out und Outing sowie der Umgang mit Homosexualität im Allgemeinen gehören zu den Hauptthemen der ersten Staffel von Pretty Little Liars, die ab heute von SUPER RTL ausgestrahlt wird. Daneben spielen natürlich auch die Probleme und Geheimnisse der anderen “Liars” eine Rolle: Eine heimliche Beziehung mit einem Lehrer, Ladendiebstahl, Eheprobleme und Scheidung der Eltern, Mobbing in der Schule, um nur einige zu nennen.

Im Zentrum der Handlung steht aber die Frage, wer oder was hinter “A” steckt und wie “As” Verbindung zu Alison ist. Dabei werden die Freundinnen mehr als einmal auf die falsche Fährte gelockt, bis sie schon bald nicht mehr wissen, wem sie trauen können. Das ist so spannend und mit so vielen Wendungen erzählt, dass die amerikanischen Zuschauer gar nicht genug davon bekommen können: In den USA steht im Sommer bereits die Ausstrahlung der fünften Staffel an.

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Ellen & Ellen

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Seit Anfang des Jahres ist Ellen DeGeneres nicht mehr DIE lesbische Ellen in Hollywood. Im Februar, pünktlich zum Valentinstag, hielt Schauspielerin Ellen Page (u.a. Juno, Inception) auf einer Veranstaltung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign in Las Vegas eine sehr bewegende Rede, in deren Verlauf sie sich outete.

Nun war sie in der “Ellen DeGeneres Show” zu Gast und hat mit der “anderen” Ellen über ihr Coming Out gesprochen.

Das Video mit der vollständigen Rede von Ellen Page findet ihr übrigens hier: Ellen Page Comes Out as Gay: ‘I Am Tired of Lying by Omission’ (Exclusive) | The Hollywood Reporter

Ellen Page war nicht der einzige Gast, mit dem Ellen DeGeneres sich in dieser Woche übers Coming Out unterhalten hat. Auch im Gespräch mit Moderatorin Robin Roberts war dies ein Thema. Roberts hatte im vergangenen November auf Facebook erstmals öffentlich ihre Freundin erwähnt. Das Interview mit Ellen und Robin Roberts gibt’s hier: Robin Roberts Discusses Her Girlfriend

Und wer jetzt immer noch nicht genug von Ellen & Ellen hat, kann ja mal bei Kweens vorbeischauen. Im aktuellen Round Up gibt es jede Menge Infos, Bilder und Videos u.a. von und über die beiden Ellens.

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Video-Clips zum Thema Gleichstellung: “Tolerant? Sind wir selber”

Mit ironischen Video-Clips zum Thema Gleichstellung wollen Regisseurin Angelina Maccarone und Autorin Carolin Emcke nicht nur zum Nachdenken bewegen, sondern auch unterhalten. Das Ergebnis ist sehenswert.

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch im Jahr 2014 steht es in unserer Gesellschaft mit der Akzeptanz und Anerkennung von Menschen, die anders leben und lieben als die Mehrheit, nicht zum Besten. Die in weiten Teilen erst durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts erzwungene rechtliche Gleichstellung, die dennoch noch immer nicht zu 100 % erreicht ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin Vorbehalte gegen Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuelle gibt.

Es mag – zum Glück – eine Minderheit der Bevölkerung sein, die sich nicht von den alten, längst überholten Vorstellungen von Liebe, Zusammenleben und Familie lösen kann. Aber diese Minderheit hat es in den vergangenen Monaten geschafft, sich lautstark Gehör zu verschaffen. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit (“Man wird doch wohl noch sagen dürfen”) haben Gleichstellungsgegnerinnen und -gegner in Talkshows, in Online-Medien und sogar auf der Straße Argumente gegen eine Anerkennung und Gleichbehandlung ihrer nicht-heterosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürger vorgetragen, die teilweise so abstrus sind, dass einem kaum mehr als ein Kopfschütteln dazu einfällt.

Regisseurin Angelina Maccarone (u.a. “Kommt Mausi raus?!” und “Fremde Haut”) und Autorin Carolin Emcke haben sich für eine andere Reaktion entschieden: Ironie. In drei Video-Spots greifen sie unter dem Motto “Tolerant? Sind wir selber” gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen auf und spielen damit. Sie fragen, wer hier eigentlich wen toleriert, wer „wir“ und wer „die anderen“ sind und wie privat Liebe sein darf, wie öffentlich sie sein muss. Diese “filmische Intervention” soll die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht belehren, sondern sie sollen sich wiedererkennen und zum Lachen gebracht werden, und zwar nach Möglichkeit über die eigenen Ressentiments.

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Novum im „Tatort“: Frau Kommissarin liebt eine Frau

Der Schweizer Tatort betritt Neuland: Erstmals darf in der Krimireihe eine Kommissarin eine Frau lieben, und zwar nicht nur für eine Folge. Das unfreiwillige Coming-Out von Liz Ritschard geriet dabei angenehm unspektakulär, und gerade deshalb ist es gelungen.

Für regelmäßige Tatort-Gucker ebenso wie für die meisten Fernseh-Kritiker gehört es inzwischen ja schon fast zum guten Ton, am Schweizer Tatort kein gutes Haar zu lassen: Die Fälle seien zu konfus oder zu uninteressant, das Tempo zu behäbig, und dann noch diese furchtbare Synchronisation.

Auch an dem am Ostermontag ausgestrahlten fünften Fall des Luzerner Duos Flückiger und Ritschard wurde kräftig herumgemäkelt, und sicherlich nicht zu Unrecht. Die Geschichte um das „Ich sehe tote Menschen“-Medium, das der Polizei erst anbietet, das Opfer – eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern – selbst zu fragen, wer sie denn nun getötet hat, und sie schließlich tatsächlich auf die Spur zur Lösung des Falls bringt, war reichlich abgehoben und schien außerdem unnötig. Und auch das ewige Baden von Kommissar Reto Flückiger, wahlweise in Selbstmitleid um seine verpasste Chance auf eine eigene Familie oder im Vierwaldstättersee, wahrscheinlich um eben jenes Selbstmitleid zu ertränken und sich selbst vielleicht gleich mit, nahm eindeutig zu viel Raum ein. Das war schade, da es vom eigentlichen Thema und der damit verbundenen eindringlichen Botschaft des Films ablenkte: Wie sehr Kinder leiden und zu welchen Katastrophen es führen kann, wenn Eltern auf dem Ego-Trip die eigene Selbstverwirklichung über die Interessen und das Wohl ihres Nachwuchses stellen.

Was dagegen wenig Anlass zur Kritik bot, war die Geschichte um Flückigers Kollegin Liz Ritschard. Bereits in einer im vergangenen Jahr ausgestrahlten Episode aus der Schweiz hatte sie mit einer Frau angebandelt („Tatort: Als Biene Maja eine Frau küsste“, 12.2.13), aber damals war noch unklar geblieben, ob dies nicht eine einmalige Sache bleiben würde. Anders als Spiegel Online-Autor Christian Buß, der sogleich das lesbische Coming-Out der Kommissarin ausrief, blieben Regisseur Dani Levy und Liz-Darstellerin Delia Mayer nämlich eher zurückhaltend, was die sexuelle Orientierung von Liz anging.

Ob Liz nun tatsächlich dauerhaft das Ufer gewechselt hat, wurde zwar auch in dieser Folge nicht klar; auch hier ist Christian Buß vielleicht wieder etwas vorschnell, wenn er sie als „die einzige offen homosexuelle Ermittlerfigur im “Tatort”-Kosmos“ bezeichnet. Eine Frau gibt es in Liz‘ Leben jedenfalls immer noch, und dass die beiden wohl nicht nur miteinander Squash spielen, wurde spätestens klar, als Liz ihre Partnerin auf dem Squash-Court küsste.

Tatort_Schweiz_Liz

Liz Ritschard (Delia Mayer, links) küsst ihre Freundin

Diese Szene war so kurz und beiläufig, dass man sie als ZuschauerIn bei einmal Blinzeln verpasst hätte. Sie steht damit symbolisch dafür, wie das Thema der Sexualität von Liz insgesamt behandelt wurde: Unspektakulär. Und zwar so unspektakulär, dass dieser Aspekt in Medienberichten über den Tatort vom Montag kaum Erwähnung findet, was insofern erstaunlich ist, als der Schweizer Tatort hier Neuland betritt.

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