Permalink

0

Anti-Homophobie-Storyline bei GZSZ: Nicht in unserem Kiez!

Bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten wird derzeit kräftig die Regenbogenfahne geschwenkt, und das nicht nur im übertragenen Sinn. In einer aktuellen Storyline protestiert das frisch verliebte Pärchen Anni & Jasmin gegen einen homophoben Optiker, der sich in ihrer Nachbarschaft niederlassen will. Die Botschaft, die mit der Geschichte vermittelt werden soll, ist deutlich: Homophobie hat in der GZSZ-Welt nichts zu suchen.

Anni & Jasmin protestieren

Anni (Linda Marlen Runge, links) und Jasmin (Janina Uhse) protestieren gegen den homophoben Optiker Scherf (Bild: RTL)

Sie hätten es sich einfach machen können bei GZSZ. Nach dem soaptypischen, monatelangen Hin und Her zwischen Tontechnikerin Anni und ihrer Mitbewohnerin Jasmin hätten sie die beiden Frauen, nachdem sie nun endlich ein Paar sind, einfach für eine Weile ihr Liebesglück genießen lassen können, knutschend in der Kneipe “Vereinsheim”, mehr als nur knutschend im Club “Mauerwerk” oder kuschelnd in ihrer WG. Den meisten Fans hätte das erst einmal völlig gereicht und bei GZSZ hätte man endlich wieder die obligatorische Soap-Homo-Quote erfüllt.

Umso schöner, dass man es sich so einfach offensichtlich nicht machen wollte. Stattdessen können die Zuschauer bei GZSZ derzeit sehen, was neben Liebe und Zärtlichkeit leider auch zum Leben eines lesbischen Paares gehören kann: Diskriminierung und Homophobie.

Denn nicht alle im Umfeld von Anni und Jasmin gehen entspannt und vor allem respektvoll mit der neuen Situation um. Sexistische Sprüche ihres Mitbewohners Mesut sind an der Tagesordnung, in der Bahn werden sie von ein paar Halbstarken obszön angemacht, weil sie sich geküsst haben, und der Geschäftsmann Scherf, ein Kunde der PR-Agentur von Jasmins Mutter Katrin, macht in einem Interview aus seiner negativen Einstellung gegenüber Homosexuellen keinen Hehl. Als Jasmin sich daraufhin gemeinsam mit Anni den Protesten gegen Scherf und das von ihm in ihrem Kiez geplante Optikergeschäft anschließt, kommt es zu einem hässlichen Streit mit Katrin, die um ihren Auftrag bangt.

Dass die Geschichte rund um Anni und Jasmin trotz dieser unschönen Szenen dennoch nicht deprimierend, sondern sehr sehenswert ist, liegt zum einen daran, dass die Autorinnen und Autoren nicht vergessen haben, den beiden frisch Verliebten immer mal wieder zuckersüße Momente ins Drehbuch zu schreiben. Da wird nicht nur protestiert, sondern auch getanzt und – nicht zu vergessen – geknutscht. Zum anderen wird die Storyline genutzt, um mit Vorurteilen aufzuräumen, Aufklärungsarbeit zu leisten und eine klare Position gegen Diskriminierung und Homophobie zu beziehen.

Anni & Jasmin (GZSZ)

Frisch verliebt: Anni & Jasmin (Bild: RTL)

Weiterlesen →

flattr this!

Permalink

0

Ellen, Hella & Co.: Ergebnisse zur Umfrage über prominente Vorbilder und Aktivistinnen

Vor einigen Wochen hatte ich auf Twitter, Facebook und hier im Blog eine kleine Umfrage zu prominenten lesbischen Vorbildern und Aktivistinnen gestartet. Hier ist eine Zusammenfassung eurer Antworten:

  • Auf die Frage nach den prominenten lesbischen Frauen, die als Vorbilder bzw. Hilfe für das eigene Coming-out gedient haben, wurden Ellen DeGeneres, Ellen Page, Anne Will, Miriam Meckel, Hella von Sinnen, Dunja Hayali und Maren Kroymann genannt.
  • Für LGBTQI-Rechte setzen sich eurer Meinung nach insbesondere Ellen DeGeneres und Hella von Sinnen ein.

Für den in der Umfrage erwähnten Artikel musste ich mich aus Platzgründen – das ist der Unterschied zwischen Online und Print – leider auf zwei der genannten Damen beschränken. Die Wahl ist auf Ellen Page und Ellen DeGeneres gefallen. Das Ergebnis könnt ihr im diesjährigen pride magazin lesen. Das Programmheft für den HAMBURG PRIDE, den Hamburger CSD, liegt seit Ende Juni in Hamburg und Umgebung kostenlos aus und kann auch online abgerufen werden:

pride magazin 2014

Vielen Dank noch einmal an alle, die mitgemacht haben!

flattr this!

Permalink

0

Lesetipp: “Wie wir begehren” von Carolin Emcke

Während andere Fußball geguckt haben, hatte ich Zeit, mal wieder ein bisschen zu lesen.

Emcke_Wie_wir_begehrenSpätestens seit den tollen “Tolerant? Sind wir selber”-Videos stand Carolin Emckes Buch Wie wir begehren ganz oben auf meiner Leseliste. Darin beschäftigt sie sich mit Fragen rund um die Themen Sexualität, Lust und Begehren:

“Entdecken wir das Begehren oder entdeckt das Begehren uns? Wie frei sind wir, unser Begehren zu leben? Hat es nur eine Form oder ändert es sich, wird tiefer, zarter, radikaler?”

Das klingt anspruchsvoll, und tatsächlich ist es kein Buch, das man schnell mal eben “weglesen” kann.

Dass es sich trotzdem außerordentlich gut lesen lässt, liegt nicht nur an Carolin Emckes klarem und verständlichem Schreibstil, sondern auch daran, dass sie sich dem Thema nicht abstrakt nähert, sondern anhand ihrer eigenen Biografie. Es ist keine philosophische Abhandlung, sondern eine persönliche Geschichte, und die Schilderungen von Erlebnissen und Begegnungen aus ihrer Kindheit bieten Anknüpfungspunkte zum Nachdenken: Wie war das denn bei mir? Welche Parallelen, welche Unterschiede gibt es in meiner eigenen Geschichte? Teile ich ihre Ausführungen, oder sehe ich das anders?

Wer Lust hat, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Und auch Fußballfans haben jetzt ja wieder ein bisschen mehr Zeit zum Lesen.

flattr this!

Permalink

1

Umfrage: Prominente Vorbilder und Aktivistinnen

Bei Twitter und Facebook habe ich gerade eine kleine Umfrage zu prominenten lesbischen Vorbildern und Aktivistinnen gestartet. Die Antworten sollen mir bei einem Artikel helfen, den ich gerade vorbereite. Ich würde mich deshalb über eure Unterstützung sehr freuen.

Die Fragen:

  • Gibt/gab es prominente lesbische oder bisexuelle Frauen, die für euch Vorbild beim Coming-out sind/waren? Und wenn ja, wer?
  • Welche prominenten lesbischen oder bisexuellen Frauen setzen sich eurer Meinung nach am meisten für LGBTQI-Rechte ein?
timecoverEin Beispiel:

Bei mir war es Ellen DeGeneres, deren Coming-out und insbesondere deren Bereitschaft, auch in Interviews offen über ihre eigenen Zweifel und Erfahrungen beim Entdecken und Leben ihrer Homosexualität zu reden, mir bei meinem eigenen Coming-out sehr geholfen hat.

Ellen ist aber auch eine engagierte Aktivistin, die sich insbesondere in ihrer Sendung immer wieder für gleiche Rechte und Akzeptanz für Menschen, die anders lieben als die Mehrheit, ausspricht.

Ihr könnt die Antworten gern entweder hier in den Kommentaren, bei Twitter oder auf Facebook posten oder mir mailen: rosalieundco@gmail.com.

flattr this!

Permalink

0

TV-Tipp: “Pretty Little Liars” startet bei SUPER RTL

Pretty Little Liars (Cast)

Die Hauptfiguren (v.l.): Spencer Hastings (Troian Bellisario), Hanna Marin (Ashley Benson), Aria Montgomery (Lucy Hale) und Emily Fields (Shay Mitchell)

“Got a secret, can you keep it…”

So beginnt die einprägsame Titelmelodie (Vorsicht, Ohrwurmgefahr!) der US-Serie Pretty Little Liars, die ab heute Abend bei SUPER RTL zu sehen ist. Und Geheimnisse gibt es in der Serie um eine Gruppe von Schülerinnen in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Rosewood mehr als genug.

Einst waren Alison, Aria, Emily, Hanna und Spencer die besten Freundinnen. Doch dann verschwand Alison spurlos, und die Clique zerbrach. Als ein mysteriöser Fremder namens “A” ein Jahr später beginnt, den Mädchen Nachrichten zu schicken, in denen es um ihre dunkelsten Geheimnisse geht, und kurz darauf Alisons Leiche gefunden wird, tun sie sich wieder zusammen und machen sich gemeinsam auf die Suche nach “A” und Alisons Mörder.

Für Emily bedeutet das Auftauchen von “A”, dass sie sich mit ihrer sexuellen Orientierung auseinandersetzten muss. Sie war heimlich in Alison verliebt, wovon jedoch außer ihr und Alison eigentlich niemand wusste. Als Emily Maya kennenlernt und sich zwischen den beiden eine Beziehung anbahnt, bekommt “A” dies mit und setzt sie unter Druck. Kann Emily weiterhin verbergen, dass sie lesbisch ist? Und will sie es überhaupt?

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität, mit Coming Out und Outing sowie der Umgang mit Homosexualität im Allgemeinen gehören zu den Hauptthemen der ersten Staffel von Pretty Little Liars, die ab heute von SUPER RTL ausgestrahlt wird. Daneben spielen natürlich auch die Probleme und Geheimnisse der anderen “Liars” eine Rolle: Eine heimliche Beziehung mit einem Lehrer, Ladendiebstahl, Eheprobleme und Scheidung der Eltern, Mobbing in der Schule, um nur einige zu nennen.

Im Zentrum der Handlung steht aber die Frage, wer oder was hinter “A” steckt und wie “As” Verbindung zu Alison ist. Dabei werden die Freundinnen mehr als einmal auf die falsche Fährte gelockt, bis sie schon bald nicht mehr wissen, wem sie trauen können. Das ist so spannend und mit so vielen Wendungen erzählt, dass die amerikanischen Zuschauer gar nicht genug davon bekommen können: In den USA steht im Sommer bereits die Ausstrahlung der fünften Staffel an.

flattr this!

Permalink

0

Ellen & Ellen

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Seit Anfang des Jahres ist Ellen DeGeneres nicht mehr DIE lesbische Ellen in Hollywood. Im Februar, pünktlich zum Valentinstag, hielt Schauspielerin Ellen Page (u.a. Juno, Inception) auf einer Veranstaltung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign in Las Vegas eine sehr bewegende Rede, in deren Verlauf sie sich outete.

Nun war sie in der “Ellen DeGeneres Show” zu Gast und hat mit der “anderen” Ellen über ihr Coming Out gesprochen.

Das Video mit der vollständigen Rede von Ellen Page findet ihr übrigens hier: Ellen Page Comes Out as Gay: ‘I Am Tired of Lying by Omission’ (Exclusive) | The Hollywood Reporter

Ellen Page war nicht der einzige Gast, mit dem Ellen DeGeneres sich in dieser Woche übers Coming Out unterhalten hat. Auch im Gespräch mit Moderatorin Robin Roberts war dies ein Thema. Roberts hatte im vergangenen November auf Facebook erstmals öffentlich ihre Freundin erwähnt. Das Interview mit Ellen und Robin Roberts gibt’s hier: Robin Roberts Discusses Her Girlfriend

Und wer jetzt immer noch nicht genug von Ellen & Ellen hat, kann ja mal bei Kweens vorbeischauen. Im aktuellen Round Up gibt es jede Menge Infos, Bilder und Videos u.a. von und über die beiden Ellens.

flattr this!

Permalink

1

Video-Clips zum Thema Gleichstellung: “Tolerant? Sind wir selber”

Mit ironischen Video-Clips zum Thema Gleichstellung wollen Regisseurin Angelina Maccarone und Autorin Carolin Emcke nicht nur zum Nachdenken bewegen, sondern auch unterhalten. Das Ergebnis ist sehenswert.

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch im Jahr 2014 steht es in unserer Gesellschaft mit der Akzeptanz und Anerkennung von Menschen, die anders leben und lieben als die Mehrheit, nicht zum Besten. Die in weiten Teilen erst durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts erzwungene rechtliche Gleichstellung, die dennoch noch immer nicht zu 100 % erreicht ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin Vorbehalte gegen Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuelle gibt.

Es mag – zum Glück – eine Minderheit der Bevölkerung sein, die sich nicht von den alten, längst überholten Vorstellungen von Liebe, Zusammenleben und Familie lösen kann. Aber diese Minderheit hat es in den vergangenen Monaten geschafft, sich lautstark Gehör zu verschaffen. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit (“Man wird doch wohl noch sagen dürfen”) haben Gleichstellungsgegnerinnen und -gegner in Talkshows, in Online-Medien und sogar auf der Straße Argumente gegen eine Anerkennung und Gleichbehandlung ihrer nicht-heterosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürger vorgetragen, die teilweise so abstrus sind, dass einem kaum mehr als ein Kopfschütteln dazu einfällt.

Regisseurin Angelina Maccarone (u.a. “Kommt Mausi raus?!” und “Fremde Haut”) und Autorin Carolin Emcke haben sich für eine andere Reaktion entschieden: Ironie. In drei Video-Spots greifen sie unter dem Motto “Tolerant? Sind wir selber” gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen auf und spielen damit. Sie fragen, wer hier eigentlich wen toleriert, wer „wir“ und wer „die anderen“ sind und wie privat Liebe sein darf, wie öffentlich sie sein muss. Diese “filmische Intervention” soll die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht belehren, sondern sie sollen sich wiedererkennen und zum Lachen gebracht werden, und zwar nach Möglichkeit über die eigenen Ressentiments.

Weiterlesen →

flattr this!